Würzburg/Oldenburg - Die Basketballer der EWE Baskets Oldenburg sehnten nach einem völlig verkorksten Abend nur noch die Schlusssirene herbei, doch die Anhänger von s.Oliver Würzburg hatten noch lange nicht genug. „Wir wollen die 100 sehen“, skandierten die euphorisierten Fans in der Endphase des Bundesligaspiels am Freitagabend. Zumindest das blieb den Oldenburgern erspart, die 73:98 (34:43)-Niederlage war aber auch so deprimierend genug.
Das Team von Trainer Mladen Drijencic erlitt nach einer katastrophalen Leistung einen empfindlichen Rückschlag im Kampf um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs und bleibt Tabellensiebter. Rickey Paulding war mit 14 Punkten bester Werfer in einer komplett enttäuschenden Baskets-Mannschaft, die dem Tabellen-15. in allen Belangen unterlegen war und zu keinem Zeitpunkt an die zuletzt starken Leistungen gegen Ulm und Bandirma anknüpfen konnte.
Würzburg beendete seine Durststrecke und feierte im siebten Anlauf seinen ersten Sieg unter dem neuen Trainer Dirk Bauermann. Überragender Akteur bei den Franken war der frühere Oldenburger Maurice Stuckey mit 22 Zählern.
„Wir haben heute unser defensives Level nicht gefunden, auch nicht unsere physische Spielweise“, monierte Drijencic und ergänzte voller Ironie: „Es wundert mich, dass wir es trotzdem geschafft haben, 25 Fouls zu machen.“ Drijencic muss sein Team nun schnellstens aufbauen, bereits am Dienstag (18 Uhr) steht das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League in Bandirma an.
Für die Oldenburger nahm das Unheil schon mit Beginn des zweiten Abschnitts seinen Lauf, als Würzburg nach einem ausgeglichenen ersten Viertel auf 14 Punkte davonzog (35:21/15.). Vor 3089 Zuschauern waren die Hausherren bissiger und entschlossener als behäbige Oldenburger, die sich schwer taten, überhaupt einmal zum Abschluss zu kommen. Zudem leisteten sich die Baskets zahlreiche Fehler im Aufbau, allein Paulding unterliefen in der ersten Halbzeit fünf Ballverluste. Oldenburg kam fast nur noch von der Freiwurflinie zu Punkten und verkürzte so den Rückstand bis zur Halbzeit immerhin etwas (34:43).
Das dritte Viertel eröffnete der wie aufgedreht spielende Stuckey mit zwei Dreiern zum 49:37 für Würzburg (22.) und entmutigte die Oldenburger damit vollends. Selbst vom verletzungsbedingten Ausfall von Lamonte Ulmer, der kurz vor der Pause umgeknickt war, ließen sich die Franken nicht aufhalten und spielten sich in einen Rausch. Allerdings zeigten die Baskets auch keinerlei Gegenwehr und ergaben sich ihrem Schicksal. Als Jake Odum auf 75:46 (28.) erhöhte, wurde es peinlich für die Oldenburger.
