Oldenburg - So hatten sich die EWE Baskets Oldenburg den Start in die Europapokal-Saison nicht vorgestellt: Zum Auftakt der Eurocup-Gruppenphase kassierte der Basketball-Bundesligist am Mittwochabend gegen Dinamo Sassari aus Italien eine empfindliche 77:96 (30:55)-Heimniederlage und zeigte dabei eine über weite Strecken enttäuschende Leistung.
Zum ernüchternden Ergebnis passte, dass die große EWE-Arena mit 1750 Zuschauern nicht einmal zu einem Drittel gefüllt war. Die Atmosphäre war also gewöhnungsbedürftig – zumal sich der Fanblock nicht wie sonst hinter dem Korb, sondern im Oberrang einquartiert hatte.
Fehlende Unterstützung war indes nicht der Grund für die Niederlage. Die Anhänger bemühten sich nach Kräften und feuerten die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski unentwegt an – doch es half alles nichts. Die Baskets, bei denen Chris Kramer die meisten Punkte erzielte (16), hatten einen schwarzen Abend erwischt und in Sassari überdies einen imponierend aufspielenden Gegner zu Gast. Das Team aus Sardinien um den starken Caleb Green (25 Punkte) war eine Nummer zu groß.
Sassari beeindruckte mit schneller Offensive und traumwandlerischer Treffsicherheit aus der Distanz. Jeder zweite Dreipunkteversuch der Italiener fand den Weg in den Korb. Bei Oldenburg hingegen lief vorne wie hinten gar nichts zusammen. Die Gäste zogen über 13:8 (6. Minute) davon und schraubten das Ergebnis bis zur Halbzeit auf eine für die Baskets deprimierende Höhe (55:30).
„Wir sind schlecht gestartet und haben es versäumt, defensiv Druck auf den Gegner aufzubauen“, sagte Machowski und bemängelte das Umschaltverhalten seines Teams: „Wir haben in der ersten Halbzeit 20 Punkte nach Gegenstößen kassiert. Das darf nicht passieren.“
Immerhin: Die Baskets ergaben sich nicht kampflos in ihr Schicksal. Mit verbesserter Verteidigung und mehr Mut im Angriff gestalteten sie das Geschehen in der Folge ausgeglichen, verkürzten Punkt um Punkt und hielten die Niederlage so in einem noch einigermaßen erträglichen Rahmen. Ein feines Gespür bewiesen die Zuschauer: Sie honorierten das Bemühen der Hausherren um Schadensbegrenzung und erhoben sich kurz vor dem Ende kollektiv von ihren Sitzen – ein halbwegs versöhnlicher Abschluss eines aus Baskets-Sicht völlig verkorksten Abends.
Viel Zeit, die happige Niederlage zu verarbeiten, haben die Oldenburger nicht. Bereits an diesem Sonntag (17 Uhr) sind sie in der Bundesliga beim BBC Bayreuth mit dem früheren Baskets-Coach Predrag Krunic gefordert. „Ich hoffe, dass die Spieler die richtige Reaktion zeigen“, sagte Machowski.
