Braunschweig/Oldenburg - Carlos Medlock hätte man an diesem Samstagabend wohl auch die Augen verbinden können, die Dreipunktewürfe des Basketball-Profis in Diensten der Löwen Braunschweig wären trotzdem durch die Reuse geflogen. Medlock war mit 28 Punkten und sieben verwandelten Dreiern der überragende Akteur im Bundesliga-Spiel gegen die EWE Baskets Oldenburg, konnte die Niederlage der Braunschweiger aber nicht verhindern.
Trotz des Gala-Auftritts von Medlock setzten sich die Baskets mit 83:76 (33:44) durch und wahrten somit ihre weiße Weste im Jahr 2017. Mit dem Erfolg in Braunschweig feierten die Oldenburger den siebten Pflichtspielsieg in Serie, mussten darum aber mehr zittern, als ihnen lieb war.
Zur Halbzeitpause nämlich sah es noch aus, als sollten die Baskets eine böse Überraschung beim Tabellen-15. erleben. Satte elf Punkte betrug der Rückstand zu diesem Zeitpunkt für die Gäste, die bis hierhin in einem wahren Dreier-Hagel der Braunschweiger untergegangen waren. Ein „Buzzerbeater“ von Medlock, der den Ball aus der eigenen Hälfte in den Korb warf, war der spektakuläre Schlusspunkt einer irrwitzigen ersten Halbzeit, in der den Baskets die Dreier der Hausherren nur so um die Ohren flogen.
„Das war völlig verrückt“, meinte Oldenburgs Topscorer Vladimir Mihailovic (19 Punkte) mit Blick auf die anfänglich traumhafte Trefferquote der Braunschweiger, die in den ersten zwanzig Minuten zehn von elf ihrer Versuche aus der Distanz verwandelten. Die Löwen und insbesondere Medlock trafen vor 2471 Zuschauern selbst aus schwierigsten Lagen und brachten die Baskets damit schier zur Verzweiflung.
Mladen Drijencic kritisierte, dass seine Schützlinge in dieser Phase von ihrer Linie abgewichen seien und sich auf ein Wettwerfen eingelassen hätten. „Wir haben gedacht, das, was die können, können wir auch. Aber unsere Wurfauswahl war katastrophal“, meinte der Baskets-Coach, der in der Kabine jedoch offenbar die richtigen Worte fand.
Denn mit Wiederbeginn gingen die Baskets wesentlich zielstrebiger zu Werke. Oldenburg erhöhte die Intensität in der Defensive und brachte den Ball nun regelmäßig unter den Korb, wo Brian Qvale (16 Punkte) seine Klasse ausspielte. Während sich die Braunschweiger Dreierquote nun auf ein Normalmaß einpendelte, brachte Philipp Schwethelm die Gäste in der 26. Minute aus der Distanz in Front (53:51). Die Entscheidung fiel aber erst in der Schlussphase, als Rickey Paulding elf Punkte binnen kurzer Zeit zum 80:71 markierte (38.). „Es war ein hartes Stück Arbeit heute“, meinte der starke Mihailovic: „Wir haben nicht aufgegeben und uns diesen wichtigen Sieg geholt.“
