Oldenburg - Die Eisbären Bremerhaven und die EWE Baskets Oldenburg pflegen seit jeher eine gesunde sportliche Rivalität. Dementsprechend geht es stets hitzig zu, wenn die Nord-Rivalen in der Basketball-Bundesliga aufeinandertreffen. Vor dem anstehenden Duell an diesem Sonntag (16 Uhr, Stadthalle Bremerhaven) erhält das Derby nun noch einmal zusätzliche Brisanz. Denn in Bremerhaven macht in Bezug auf die Baskets das Wort „Rentnerband“ die Runde.

Ausgelöst hatte dies ausgerechnet Oldenburgs Adam Chubb mit einer nicht ganz ernst gemeinten Antwort in einem Interview mit der „Nordsee-Zeitung“. Chubb, von 2006 bis 2007 bei den Eisbären aktiv, benutzte den Begriff scherzhaft in Anspielung auf das für Basketballprofis schon recht fortgeschrittene Alter einiger Oldenburger.

Zugegeben, die Baskets warten schon mit einer gehörigen Portion Erfahrung auf: Rickey Paulding ist 30, Ronnie Burrell wird es bald, Konrad Wysocki ist genauso wie Chubb 31 und Julius Jenkins 32 Jahre alt. Vom sportlichen Ruhestand sind all diese Akteure aber noch weit entfernt – Paulding und Jenkins beispielsweise blühen derzeit auf wie lange nicht mehr.

Die selbstironische Aussage von Chubb gibt indes Hinweis auf die Gemütslage der Baskets. Die Stimmung beim Tabellenzweiten ist nach neun Siegen aus den vergangenen zehn Ligaspielen entspannt: Durch den Erfolg über die Bayern am vergangenen Mittwoch haben sich die Aussichten, die Hauptrunde als Zweiter zu beenden, weiter verbessert, der dritte Rang ist bereits gesichert.

In gänzlich anderen Tabellenregionen befindet sich der Gegner am Sonntag. Als 13. stecken die Eisbären vier Spieltage vor Saisonende zwischen Baum und Borke – die Abstiegsgefahr ist angesichts von vier Punkten Vorsprung auf Platz 17 so gut wie gebannt, in Sachen Playoffs ist der Zug aber auch schon seit geraumer Zeit abgefahren.

Oldenburgs Assistenztrainer Philipp Köchling warnt dennoch vor dem Kontrahenten: „Wir sollten uns vom Blick auf die Tabelle nicht irritieren lassen. Die Eisbären sind in ihren Leistungen auf dem Weg nach oben.“ Die Bremerhavener 53:63-Niederlage am Mittwoch in Würzburg will Köchling angesichts der Ausfälle der etatmäßigen Aufbauspieler Stanley Burrell und Terrell Everett nicht als Gradmesser gelten lassen: „Diese Partie ist nicht zu bewerten.“ Am Sonntag werden Topscorer Stanley Burrell (15,8 Punkte) und Everett den Bremerhavenern aber wohl wieder zur Verfügung stehen.

Den aller Personalsorgen ledigen Baskets dürfte es schlussendlich aber egal sein, wer bei den Eisbären aufläuft – schließlich gilt es, die Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen. Das Heimspiel Ende Oktober ging nach einer der schwächsten Saisondarbietungen mit 72:75 verloren. Köchling bezeichnet die damalige Oldenburger Leistung als „unterdurchschnittlich“.

Die Vorbereitung auf das Derby ist für die Baskets derweil mit einer Premiere verbunden: Das Abschlusstraining findet an diesem Sonnabend (16 Uhr) erstmals in der neuen, großen EWE-Arena statt.