Berlin/Oldenburg - Nein, die EWE Baskets Oldenburg hatten schon bis dahin nicht sonderlich gut gespielt. Trotzdem lag die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic am Donnerstagabend nach 33 Minuten nur mit vier Punkten im Spiel bei Alba Berlin zurück. 63 Sekunden, zahlreiche Fehler und zehn Berliner Punkte später war es aber vorbei mit der Hoffnung auf einen versöhnlichen Jahresausklang: Die Baskets hatten die Partie völlig aus der Hand gegeben und kamen am Ende gar böse unter die Räder.

Mit 63:81 (34:41) verloren die Oldenburger und beendeten eine durchwachsene Hinrunde in der Basketball-Bundesliga damit mit einer weiteren Enttäuschung. Nach der bereits achten Niederlage im 16. Ligaspiel gerät sogar das Minimalziel der Baskets in Gefahr: Sollten die Gießen 46ers an diesem Freitag bei Rasta Vechta gewinnen, würde Oldenburg auf Rang neun abrutschen und den Jahreswechsel außerhalb der Playoff-Plätze erleben.

Vor 12 255 Zuschauern in der Arena am Berliner Ostbahnhof fielen die Baskets im Schlussviertel komplett auseinander, für sich genommen verloren die Gäste diesen Abschnitt mit 8:25. Brian Qvale war mit 14 Punkten bester Werfer der Oldenburger, bei denen zu viele Spieler nicht ihre Normalform erreichten. Auch Qvale offenbarte in der Defensive große Probleme gegen den überragenden Alba-Akteur Tony Gaffney, der 21 Zähler erzielte und mehrfach spektakulär per Dunking abschloss.

Dabei hatte vorher einiges für die Oldenburger gesprochen: So konnten die Gäste nach einer spielfreien Woche ausgeruht in die Partie in der Hauptstadt gehen, während für Alba am Donnerstag das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen auf dem Programm stand. Zudem mussten die Berliner kurzfristig auf ihren Topscorer Elmedin Kikanovic verzichten. Den Bosnier plagten muskuläre Probleme im linken Oberschenkel.

„Vielleicht dachten meine Spieler, dass es ohne Kikanovic einfacher werden würde. Aber gute Teams haben Läufe und können auch solche Ausfälle kompensieren“, meinte Oldenburgs Trainer Drijencic.

Berlin musste auf der Center-Position nicht nur auf Kikanovic, sondern auch auch auf Bogdan Radosavljevic verzichten. Und nach der Halbzeitpause schien es so, als würden die Baskets aus ihren Größenvorteilen endlich Kapital schlagen können. Chris Kramer, der sich in der ersten Halbzeit den Mittelfinger ausgekugelt hatte und unter Schmerzen weiterspielte, besorgte die erste Führung seit langem (55:53/30. Minute). Berlin konterte jedoch postwendend durch einen Dreier von Carl English und spielte danach mit den Baskets zeitweise Katz und Maus.

„Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, nur in einem Viertel umgesetzt. So kann man kein Spiel gewinnen“, schimpfte Drijencic und ergänzte: „Am Ende hat Alba uns förmlich vorgeführt.“