Oldenburg - In der dritten Spielminute war das Publikum auf Betriebstemperatur. Nachdem Rickey Paulding per Dreipunktewurf auf 7:1 für die EWE Baskets Oldenburg erhöht hatte, sprangen die Zuschauer in der großen Arena begeistert von den Sitzen. Grund zum Jubeln hatten Fans und Spieler im weiteren Verlauf noch mehrfach: Durch einen 102:90 (49:43)-Erfolg gegen Medi Bayreuth erhöhten die Oldenburger Bundesliga-Basketballer in der Viertelfinal-Playoffserie auf 2:0 und benötigen jetzt nur noch einen weiteren Sieg für den Einzug ins Halbfinale. Die dritte Partie der Serie findet an diesem Sonntag (15 Uhr) in Bayreuth statt.

Mit dem klaren Sieg betraten die Oldenburger Neuland: Seit der ersten Playoff-Teilnahme im Jahr 2003 hatten die Baskets noch nie in einer Partie der Meisterrunde eine dreistellige Punktzahl erreicht.

„Das war über 40 Minuten hinweg eine starke Leistung“, sagte Baskets-Trainer Mladen Drijencic: „Wir müssen aber aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr von Emotionen leiten. Nach einem erfolgreichen Dreipunktewurf dürfen wir bei allem Feiern nicht vergessen, beim nächsten Angriff richtig zu verteidigen.“

Ein Grund für den Erfolg vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena war die Stärke der Baskets bei Distanzwürfen. Von 25 Dreierversuchen gingen 13 ins Ziel (Trefferquote: 52 Prozent). Auch Center Brian Qvale zeigte sich im Vergleich zur ersten Partie in Bayreuth, welche die Oldenburger mit 85:83 gewonnen hatten, verbessert. Der US-Amerikaner steuerte 19 Punkte zum Erfolg bei. Bester Werfer der Baskets war indes Frantz Massenat, der 22 Zähler sammelte.

Die ersten beiden Viertel wiesen Wellenbewegungen auf. Oldenburg zog davon, Bayreuth glich aus, Oldenburg zog wieder davon, Bayreuth kam wieder heran. Zur Halbzeit lagen die Baskets mit 49:43 vorn, nachdem die Führung aber zwischenzeitlich schon 15 Punkte (45:30) betragen hatte. Dass die Bayreuther sich noch nicht entscheidend abschütteln ließen, lag auch an von Trey Lewis. Nach 20 Minuten hatte er bereits 19 Punkte erzielt. Diesen Schnitt konnte er erwartungsgemäß nicht halten, im dritten Viertel blieb Lewis sogar gänzlich ohne Punkt. Bei Spielende war er mit 25 Punkten bester Werfer der Gäste.

Die Baskets hielten Tempo und Konzentration hoch, kurz vor Ende des dritten Viertels traf Vaughn Duggins zum 77:61 – der Lärmpegel schoss wieder einmal nach oben. Im Schlussviertel änderte sich an den Kräfteverhältnissen nichts mehr. 21 Sekunden vor Schluss durchbrach Massenat die 100-Punkte-Grenze.

„Wenn wir ein Spiel gewinnen wollen, müssen wir die hohe Trefferquote der Oldenburger bei Dreipunktewürfen drücken“, sagte Bayreuths Trainer Raoul Korner: „Zufrieden bin ich damit, dass wir das ganze Spiel über aggressiv waren und gut gekämpft haben.“ Er gehe davon aus, die Serie noch drehen zu können: „So engagiert wie heute werden wir auch in den weiteren drei Spielen auftreten."

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)