Ulm - Sie hatten es in der Hand, aber die Zeit saß ihnen im Nacken. Zwölf Sekunden waren im vierten Playoff-Halbfinale der Basketball-Bundesliga zwischen RP Ulm und den EWE Baskets Oldenburg noch auf der Hallenuhr angezeigt, als die Gäste beim Stand von 79:81 ihren letzten Versuch starteten, der Partie ihre entscheidende Wendung zu geben. Doch der gewählte Weg zum Korb blieb versperrt, der Ball ging verloren – und damit das Spiel.
Anders als drei Tage zuvor in der dritten Partie in Oldenburg, behauptete sich der Vizemeister und wehrte Oldenburgs Matchball zum Einzug ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft ab. Wie schon im Viertelfinale gegen Bonn müssen die Baskets also bis zum Letzten ums Weiterkommen kämpfen.
Spiel fünf findet an diesem Donnerstag (20 Uhr) in der großen EWE-Arena statt.
Dabei wirkte die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski fest entschlossen, diese Serie vorzeitig zu beenden. Hoch konzentriert gingen die Oldenburger defensiv zu Werke, nach fünf Minuten führten sie mit 12:9. Mit einer 22:19-Führung eröffneten die Baskets den zweiten Spielabschnitt. Begünstigt durch 20 Punkte von Julius Jenkins in acht Minuten setzten sie sich sogar noch deutlicher ab (42:34, 18.). Dann aber bekam Ulms Philipp Schwethelm in einer Szene ein technisches und ein einfaches Foul angehängt, was die Heim-Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten – und deren Mannschaft wachrüttelte. Zur Pause war die Ausgangslage in einem punktereichen Schlagabtausch wieder hergestellt: 47:47.
Wie in Spiel drei kippte die Partie nun: Zwar blieb das kollektive Entsetzen bei Baskets-Fans und Verantwortlichen diesmal aus, weil die Ulmer lediglich auf acht Punkte davonzogen (70:62, 30.), unter den Körben kamen diese aber insgesamt zu oft zum Nachsetzen. „John Bryant und Daniel Theis hatten manchmal zu viel Platz. Ulm hat ganz einfach Kapital aus unseren wenigen Fehlern geschlagen“, sagte Ronnie Burrell. Die Gastgeber griffen zehn Offensivrebounds mehr ab als Burrell und seine Mitspieler. Da half ihnen auch die etwas bessere Trefferquote aus dem Feld (48 gegenüber 41 Prozent bei Ulm) nicht.
Zu Beginn des vierten Viertels kamen die Baskets zunächst heran: Adam Chubb traf von der Freiwurflinie zum 67:70 (34.). Nur eineinhalb Minuten später war daraus ein 69:78 geworden. Jenkins verkürzte in der Folge jeweils nach einem Ballgewinn auf 73:78 (37.) und 79:80 (40.).
Der gefoulte Ulmer Allan Ray – bei dessen Aktion zuvor Machowski einen „klaren Schrittfehler“ gesehen haben wollte – traf 12 Sekunden vor Schluss zwar nur einen von zwei Freiwürfen, zum Sieg sollte es den „Spatzen“ aber dennoch reichen.
Die Baskets müssen also weiter zittern, dürfen sich am Donnerstag aber wohl auf eine ausverkaufte Halle freuen: Bereits am Sonntag waren nahezu alle 6069 Karten verkauft. Letzte Tickets sind an diesem Dienstag und Mittwoch (jeweils um 10 Uhr) unter www.ewe-baskets/tickets zu bekommen.
