Oldenburg/Bonn - Mladen Drijencic nestelte nervös an seinem Jackett und pustete noch einmal kräftig durch. Zweieinhalb Minuten Restspielzeit standen da noch für die EWE Baskets Oldenburg und ihren Trainer auf der Uhr, doch das verkorkste Schlussviertel beim Auswärtsauftritt in Bonn (59:70) war nicht mehr zu retten.
Nach zwei Wochen im Amt musste Drijencic am Montag die Erfahrung machen, dass auch mit ihm als Cheftrainer die Bäume für Oldenburgs Bundesliga-Basketballer nicht in den Himmel wachsen. Nach dem Derby-Sieg gegen Quakenbrück beim Drijencic-Debüt hat die aufkommende Aufbruchstimmung durch die Pleite in Bonn einen ersten Dämpfer erhalten – die Baskets rutschten auf Rang sieben ab und müssen immer mehr um die Playoffs bangen.
Bei der missglückten Generalprobe für das Pokal-Halbfinale an diesem Sonnabend (20 Uhr) in eigener Halle boten die Oldenburger 30 Minuten lang eine couragierte Leistung, bevor sie im vierten Viertel regelrecht auseinanderfielen.
Kümmerliche zwei Punkte brachte die Mannschaft in diesen finalen zehn Minuten zustande, wobei sie einmal mehr an der Zonen-Verteidigung des Gegners verzweifelte. Für eines der Hauptprobleme unter Ex-Coach Sebastian Machowski hat also auch Drijencic noch keine Lösung gefunden. „Wir arbeiten noch nicht lange mit unserem neuen Trainer zusammen. Aber das ist eine altgewohnte Schwäche, die wir auf jeden Fall in Angriff nehmen müssen“, sagte Maurice Stuckey: „Es war drei Viertel ein offener Schlagabtausch, bis wir dann unsere Probleme gegen die Zone hatten und nicht mehr punkten konnten.“
In die gleiche Richtung ging die Analyse von Nemanja Aleksandrov. „In einigen Situationen waren wir zu unsicher gegen die Zonenverteidigung“, meinte der Serbe, der in Bonn weit hinter seiner gegen Quakenbrück gezeigten Leistung zurückblieb.
„Wir müssen die Bälle mit mehr Wucht in die Zone bringen“, forderte Drijencic. In drei Tagen müssen seine Spieler dies umsetzen – ansonsten dürfte der Traum vom Pokal-Triumph schneller beendet sein als gedacht.
