Oldenburg - Die EWE Baskets Oldenburg sind zum ersten Mal in ihrer Geschichte deutscher Basketball-Pokalsieger. Die Mannschaft setzte sich am Sonntag im Endspiel des Finalturniers in eigener Halle mit 72:70 (34:34) gegen die favorisierten Baskets Bamberg durch. Nachdem die Schlusssirene ertönt war, gab es in der großen EWE-Arena kein Halten mehr. Spieler, Trainer und Funktionäre der Gastgeber lagen sich in den Armen, die Fans auf den Rängen sowieso. In einem packenden und dramatischen Finale war Casper Ware mit 13 Punkten bester Werfer der Oldenburger. Großen Anteil am Triumph hatte aber auch Philipp Neumann, der zwölf Zähler erzielte und am Ende von der Freiwurflinie die Nerven behielt. Für Liga-Spitzenreiter Bamberg traf Bradley Wannamaker am häufigsten (19 Punkte).

Oldenburg startete furios in die Partie. Die ersten drei Dreier fielen allesamt in den Korb, nach zwei Minuten hieß es 9:2 für die Gastgeber. Getragen von der Euphorie und der lautstarken Unterstützung der Anhänger blieb Oldenburg am Drücker und erhöhte seinen Vorsprung gar auf acht Zähler (18:10/8.). Kurz vor Ablauf des ersten Viertels besorgte der starke Casper Ware mit einem Dreier das 24:17.

Im zweiten Viertel war es jedoch zunächst vorbei mit der Oldenburger Herrlichkeit. Die Bamberger drehten die Daumenschrauben in der Defensive nun enger an und ließen die Hausherren so gar nicht mehr zur Entfaltung kommen. Die Franken setzten zu einem 13:0-Lauf an und hatten die Partie nach 18 Minuten gedreht (30:26). Oldenburg ließ sich aber nicht abschütteln, erkämpfte sich Freiwürfe und blieb so im Spiel. Mit 34:34 ging es in die Kabinen.

Auch nach der Halbzeitpause blieb es ein enges und heißumkämpftes Duell. Oldenburg erwischte erneut den besseren Start und führte nach 25 Minuten mit 43:39. In der Folge verloren die Gastgeber jedoch den Rhythmus in der Offensive und mussten Bamberg wieder bis auf 48:54 davonziehen lassen. Ein Dreier von Maurice Stuckey verkürzte den Rückstand zum Ende des dritten Viertels immerhin auf drei Punkte (51:54).

Im Schlussviertel spielten sich die entscheidenden Szenen in Minute 37 ab. Erst kassierte Bambergs Janis Strelnieks (16 Punkte) sein fünftes Foul und durfte nicht mehr mitspielen, dann glich Chris Kramer zum 64:64 aus und nur Sekunden später musste in Daniel Theis ein weiterer Bamberger nach seinem fünften Foul auf die Bank. Oldenburg behielt kühlen Kopf und setzte sich durch Neumann und Warea auf 71:66 ab. Als Wannamakers letzter Dreier sein Ziel verfehlte, war Schluss - und die Party konnte beginnen.

Inmitten der Feierlichkeiten verkündete Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller, dass Interimstrainer Mladen Drijencic auch in der kommenden Saison Cheftrainer bleiben wird. „Das ist ein großer Verdienst von Mladen, dem ich gerade gesagt habe, dass er den Vertrag für nächste Saison sicher hat“, erklärte Schüller nach dem Finalsieg. Der bisherige Coach des Oldenburger Drittliga-Teams hatte die Profis erst vor drei Wochen nach der Freistellung von Sebastian Machowski übernommen. Der Kontrakt lief zunächst bis zum Ende dieser Saison.