Oldenburg - Manche Dinge verlieren nie ihren Reiz, egal wie häufig sie wiederholt werden. Für den einen kann dies der Lieblings-Film, für den anderen der jährliche Urlaub im gleichen Ferienort sein. Für die Basketballfans im Nordwesten ist es die Begegnung zwischen den EWE Baskets Oldenburg und den Artland Dragons Quakenbrück. Das Aufeinandertreffen der beiden Bezirksrivalen übt immer wieder aufs neue Faszination aus – auch wenn das Derby in der EWE-Arena an diesem Sonnabend (20.05 Uhr/Sport 1) bereits das dritte innerhalb der vergangenen drei Monate ist.

Das letzte Duell haben die Baskets noch in unschöner Erinnerung: Anfang Februar setzten sich die Dragons in heimischer Halle denkbar knapp mit 78:77 im Pokal-Qualifikationsspiel durch und beendeten somit die Oldenburger Träume von einer Teilnahme am Top-Four-Turnier in Berlin. „Das war natürlich bitter“, sagt Sebastian Machowski. Damals habe seine Mannschaft offensiv nicht zu ihrem Rhythmus gefunden, Quakenbrück hingegen auch einige schwierige Würfe getroffen, erinnert sich Oldenburgs Trainer.

Damit sich die seinerzeit gemachten Fehler an diesem Sonnabend nicht wiederholen, bat Machowski seine Spieler in der Vorbereitung noch einmal zu einem kleinen Videostudium. „Wir haben uns einige Sachen aus diesem Spiel noch einmal angeschaut“, erklärt der 41-Jährige und schickt eine kleine Kampfansage ins Artland: „Wir wollen Revanche nehmen.“

Auf dem Papier stehen die Chancen, dass dieses Vorhaben gelingt, recht gut. Denn während die drittplatzierten Baskets in dieser Saison auf einem konstant hohen Niveau agieren, laufen die Dragons ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Als Tabellensechster hat das Team von Trainer Stefan Koch die Playoff-Teilnahme längst noch nicht sicher – an ein Verpassen der K.o.-Runde mag beim Halbfinalisten der beiden vergangenen Jahre niemand denken.

Das größte Problem der Quakenbrücker ist die mangelnde Konstanz. Auf gute Leistungen folgten immer wieder schwache Auftritte – so wie Mitte Dezember im Ligaspiel gegen Oldenburg, als sie vor eigenem Publikum von den Baskets auseinandergenommen wurden (65:86). Ein Grund für die Wankelmütigkeit sind die vielen Personalrochaden im Kader, die nur zum Teil im Verletzungspech begründet liegen. 17 Spieler gingen in dieser Spielzeit bereits für die Dragons auf Korbjagd, viele – darunter der erst im November 2012 verpflichte Ex-NBA-Profi Ryan Gomes – sind längst schon wieder weg. Vor wenigen Tagen reagierte man auf die Knieverletzung von Aufbauspieler Bryce Taylor und präsentierte in dem ehemaligen Oldenburger Branislav Ratkovica den vierten Zugang der Saison.

Und dennoch: Die Dragons verfügen nach wie vor über große individuelle Qualitäten. Das weiß auch Machowski, der sagt: „Wir werden sie nicht unterschätzen.“ Für Spannung ist gesorgt – wie immer in diesem Derby.