Gießen/Oldenburg - Fünf Partien haben die EWE Baskets Oldenburg noch in der Punktrunde der Basketball-Bundesliga zu absolvieren. Viermal davon ist das Team von Trainer Mladen Drijencic in der Fremde gefordert, die erste dieser Auswärtsaufgaben ist das Spiel bei den Gießen 46ers an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sport 1).
Bei den Hessen wollen die Baskets das schaffen, was ihnen am vergangenen Samstag schon gegen die Riesen Ludwigsburg gelang: Mit einem Sieg einen direkten Konkurrenten um die Playoff-Teilnahme schwächen und dabei auch noch den direkten Vergleich für sich entscheiden. Zur Erinnerung: Im Dezember verloren die Oldenburger das Hinspiel gegen Gießen in der großen Arena mit 82:84, zum Gewinn des Direktvergleichs ist daher ein Sieg des Siebten beim Neunten mit mindestens drei Punkten Differenz nötig.
Da nur maximal sechs ausländische Spieler im Kader für ein Bundesligaspiel stehen dürfen, mussten nach der Rückkehr von Vaughn Duggins ins Aufgebot einmal der Montenegriner Vladimir Mihailovic und einmal Duggins’ US-amerikanischer Landsmann Frantz Massenat zuschauen. Vermutlich wird es in Gießen wieder einen der beiden treffen.
Die Entscheidung von Drijencic, im Spiel gegen Ludwigsburg Massenat außen vor zu lassen, war durchaus gewagt. Denn für Chris Kramer hatte das zur Folge, dass er noch mehr spielte als ohnehin schon. Ohne Aufbauspieler Massenat (er steht noch bis 2019 unter Vertrag) war es allein an Kramer, das Oldenburger Spiel zu gestalten. Und der US-Amerikaner, mit durchschnittlich 35:47 Minuten Einsatzzeit der am meisten eingesetzte Spieler der gesamten Bundesliga, stand gegen Ludwigsburg 40:00 Minuten auf dem Feld. Mit Blick auf die Belastungen aus den Champions-League-Spielen und die wohl anstehenden Partien in den Bundesliga-Playoffs war das eine Menge Arbeit für Kramer, der von seiner Dynamik und seinem Einsatzwillen lebt.
Die Gießener verkaufen sich seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2015 in der Bundesliga erstaunlich gut. 2015/16 wurden die Playoffs als Tabellenneunter nur knapp verpasst, auf jenem Rang liegt das Team derzeit wieder. Trainer Denis Wucherer wird die Mannschaft am Saisonende dennoch verlassen. Er nahm das Angebot, seinen Vertrag zu verlängern, nicht an – eine Begründung dafür lieferte der Ex-Nationalspieler aber nicht. Wo er in der neuen Saison arbeitet, ist noch offen. Als Nachfolger steht bereits Ingo Freyer fest. Der hatte neun Jahre lang bei Phoenix Hagen gewirkt und ist seit der Insolvenz des Teams im Herbst 2016 ohne Job.
