Oldenburg - Seit dem Aufstieg des FC Bayern in die Basketball-Bundesliga im Jahr 2011 haben die EWE Baskets Oldenburg 16 Spiele gegen die Münchner bestritten. Meistens ging es dabei spannend zu, die Bilanz fällt mit 9:7-Siegen für die Bayern recht ausgeglichen aus. Vor dem 17. Aufeinandertreffen sind die Rollen zwischen den beiden Mannschaften aber so klar verteilt wie wohl noch nie.

Die Oldenburger reisten am Freitag als Außenseiter nach München, wo sie an diesem Samstag (20.30 Uhr) zu ihrem drittletzten Spiel der Hauptrunde antreten. Nicht nur wirtschaftlich (Bayerns Etat ist mit geschätzt 15 Millionen Euro doppelt so hoch wie der der Oldenburger), sondern auch sportlich trennen beide Clubs in dieser Saison Welten. Während die Baskets nach einer wechselvollen Spielzeit um das Erreichen der Playoffs bangen müssen, gelten die Münchner inzwischen bei vielen Experten als Favorit auf den Meistertitel.

„Wenn ich auf den kommenden Meister wetten müsste, würde ich mein Geld momentan auf München setzen“, sagt auch Oldenburgs Flügelspieler Philipp Schwethelm und ergänz anerkennend: „Die Bayern sind derzeit einfach die stärkste Mannschaft der Liga.“

14 Siege in Folge haben die Münchner zuletzt eingefahren, darunter waren die Erfolge in den Spitzenspielen gegen Bamberg (68:59) und Ulm (83:68). Geht es nach Bayern-Trainer Sasa Djordjevic, soll diese imposante Serie in den kommenden Wochen weiter ausgebaut werden. „Wir wollen diese Saison jedes weitere Spiel gewinnen. Vielleicht wird das nicht möglich sein, aber das ist unser Ziel“, erklärt der serbische Coach, der in München vor der Saison die Nachfolge von Svetislav Pesic antrat.

Djordjevic, früher selbst ein Weltklasse-Aufbauspieler, verfügt über einen Kader, der bis auf die letzte Position hochkarätig besetzt ist. Die Folge der enormen Tiefe des Aufgebots: Kein Bayern-Spieler muss mehr als 24 Minuten pro Spiel auf dem Parkett stehen. Mit den jüngst getätigten Nachverpflichtungen von Spielmacher Dru Joyce (kam von BC Minsk) und Nationalmannschafts-Center Maik Zirbes (von Maccabi Tel Aviv) erhöhten die Münchner Verantwortlichen die Qualität des Teams noch einmal erheblich.

Oldenburgs Schwethelm will die Flinte dennoch nicht vorab ins Korn werfen und erinnert an die drei Heimsiege der Baskets zuletzt gegen Berlin, Ludwigsburg und Bayreuth: „Wenn wir in München genauso auftreten, können wir den Bayern einen heißen Kampf liefern.“