Oldenburg - Als alles vorbei war für die EWE Baskets Oldenburg in der Champions League, bemühte Mladen Drijencic noch einmal den Konjunktiv. „Wenn wir am Ende der Gruppenphase mehr Glück gehabt hätten, würden wir jetzt im Viertelfinale stehen“, sagte der Trainer nach dem Achtelfinal-Aus bei Banvit Bandirma am Dienstagabend.
Drijencic erinnerte damit an die kuriose Situation zum Vorrundenabschluss des Wettbewerbs: Da waren die Baskets trotz eines eigenen Sieges noch auf Rang drei abgerutscht, weil es nach einer überraschenden Niederlage des Ersten Asvel Lyon zu einem Dreiervergleich mit den punktgleichen Teams aus Lyon und Klaipeda gekommen war, in welchem Oldenburgs Basketballer die schlechtesten Karten hatten. Als Zweiter hätte sich der Bundesligist die Qualifikationsrunde gegen Saratow erspart und wäre dem Achtelfinal-Duell mit Bandirma aus dem Weg gegangen.
Doch so blieb Drijencic nach der 61:70-Niederlage im Rückspiel nichts anderes übrig, als die Überlegenheit des türkischen Pokalsiegers anzuerkennen. „Bandirma ist eine sehr starke Mannschaft und hat durch seine fantastischen Fans einen echten Heimvorteil“, meinte Drijencic.
Obwohl sich der Coach mit dem Verlauf der Champions-League-Saison „zufrieden“ zeigte, dürfte auch Drijencic nicht entgangen sein, dass seine Mannschaft in Bandirma zum wiederholten Male an ihre Grenzen stieß. In der Bundesliga ist den Oldenburgern in dieser Saison noch kein Sieg gegen die vier Erstplatzierten (Ulm, Bamberg, München, Bayreuth) gelungen – im Heimspiel gegen Meister Bamberg an diesem Sonntag (18 Uhr) droht die Fortsetzung dieser schwarzen Serie. Und auch wenn man manchmal knapp dran war (wie beim Remis im Hinspiel gegen Bandirma oder der Niederlage nach Verlängerung zuletzt gegen Ulm), verfestigt sich der Eindruck, dass den Baskets 2016/17 das letzte Quäntchen fehlt, um gegen hochkarätige Gegner bestehen zu können.
Das größte Problem ist die fehlende Ausgeglichenheit des Kaders, das Leistungsgefälle ist teilweise eklatant. So können es die Baskets nicht kompensieren, wenn Aufbauspieler Chris Kramer einmal – wie in Bandirma – einen schwachen Tag erwischt. Auch unter dem Korb tut sich ein enormes Loch auf, sobald Center Brian Qvale eine Verschnaufpause bekommt und durch Dirk Mädrich oder Jannik Freese ersetzt wird.
Für Besserung könnte die Rückkehr von Maxime De Zeeuw sorgen. Der Power Forward fällt seit Wochen wegen einer Muskelblockade im Rückenbereich aus, soll aber an diesem Donnerstag wieder ins Teamtraining einsteigen. Gleiches gilt für den US-Guard Vaughn Duggins, der wegen einer Operation am Sprunggelenk drei Monate gefehlt hatte.
