Oldenburg - Sie ist laut und schrill: Die Sirene, die bei einem Basketballspiel signalisiert, wann die vorgeschriebenen 24 Sekunden für einen Angriff abgelaufen sind. Dieses Signal hörten die Spieler der EWE Baskets Oldenburg am Sonntagabend in der Partie gegen die Phantoms Braunschweig öfter als ihnen lieb sein konnte. Zwar reichte es dank sehr guter Defensivarbeit noch gerade so zu einem knappen 60:59-Erfolg, doch offensichtlich wurde auch: Dem Basketball-Bundesligisten ist die Leichtigkeit der ersten Saisonspiele abhanden gekommen.

Statt den freien Wurf zu nehmen, zögerten die Akteure oder passten den Ball noch einmal quer – bis es zu spät war. Trainer Sebastian Machowski erklärte, dass man zuletzt im Training daran gearbeitet habe, die Angriffe länger auszuspielen. Indes: „Gegen Braunschweig war es einige Male zu lange.“

Auch Konrad Wysocki erkannte das Problem: „Wir denken derzeit zu viel nach“, meinte der Flügelspieler, der mit seinen Zählern vier Sekunden vor Schluss dafür sorgte, dass aus Oldenburger Perspektive zumindest das Ergebnis stimmte. Die Niederlage gegen Bremerhaven vom Mittwoch zuvor sei ein Grund für das verkrampft wirkende Spiel der Baskets gewesen, fügte er hinzu: „Das war bei uns schon noch in den Köpfen.“ Umso wichtiger sei gewesen, dass man gegen Braunschweig das Parkett doch noch als Sieger verlassen habe. „Eine dritte Heimpleite wäre der Horror gewesen“, meinte der 51-fache Nationalspieler, der vor der Saison aus Zgorzelec (Polen) nach Oldenburg kam.

Diese Verpflichtung hat sich bereits gelohnt: Wenn es im Spiel der Baskets stockt, ist der 30-Jährige mit seiner emotionalen Spielweise in der Lage, seine Kameraden mitzureißen, und, falls nötig, auch selbst die Kastanien aus dem Feuer zu holen – so wie am Sonntagabend.

Mit der Aktion von Wysocki endete für Coach Machwoski ein in jeglicher Hinsicht ereignisreiches Wochenende. Erst heiratete er am Sonnabend seine Frau Nathalie, dann kam es am Sonntag zum brisanten Wiedersehen mit den Braunschweigern, die er vor dieser Saison in Richtung Oldenburg verlassen hatte – und erhielt den Sieg als nachträgliches Hochzeitsgeschenk.