Izmir - 28 Grad, ein leichter Wind und kein Wölkchen am Himmel. Keine Frage, das Wetter im türkischen Izmir lädt derzeit eher zu einem Sprung in die nahe gelegene türkische Ägäis ein als zu anstrengenden Trainingseinheiten in einer Basketball-Halle. Doch die EWE Baskets Oldenburg nehmen dies derzeit nur zu gern in Kauf, schließlich haben sie ein großes Ziel vor Augen: Sie wollen am Sonntagabend den Europapokal in den Händen halten.

An diesem Freitag wird es für den Bundesliga-Zweiten ernst, im Halbfinale des Euro-Challenge-Finalturniers treffen die Baskets um 19 Uhr deutscher Zeit auf den Gastgeber Karsiyaka Izmir. „Jetzt geht es um alles“, sagte Trainer Sebastian Machowski, dem die Vorfreude anzumerken ist: „Das sind doch genau die Spiele, die Spaß machen.“

Das Hotel der Mannschaft liegt etwas außerhalb des Zentrums im Stadtteil Cigli. Nach der Ankunft am Mittwochabend nutzten Spieler und Trainer den Donnerstag für einen kurzen Ausflug. In T-Shirt, kurzer Hose und mit Sonnenbrille erkundeten sie das Zentrum der 3,5 Millionen Einwohner zählenden Hafenstadt. „Die Jungs sollten sich erst einmal akklimatisieren und die anstrengenden letzten Wochen etwas aus den Köpfen und Körpern bekommen“, erklärte Machowski die Maßnahme.

Am Donnerstagabend begann mit der ersten Übungseinheit in der Karsiyaka-Arena aber die totale Fokussierung auf den Halbfinal-Gegner aus Izmir. An diesem Freitag steht um 13 Uhr schließlich das Abschlusstraining vor dem wichtigen Duell an. Machowski konnte den Tabellenfünften der türkischen Liga vorab nur anhand einiger Videoaufnahmen studieren, ein großes Problem sieht er darin jedoch nicht: „Genau das macht doch auch den Reiz eines solchen Turnieres aus. Dass man den Gegner nicht schon in- und auswendig kennt wie in der Bundesliga.“

Sicher dürfte indes sein, dass die Baskets sich auf eine heiße Atmosphäre einstellen müssen. Karsiyaka ist bekannt für seine leidenschaftlichen Fans, die ihr Team lautstark und bedingungslos unterstützen. Machowski macht dies keine Angst: „Es ist sicherlich schwierig, gegen den Gastgeber antreten zu müssen. Aber wir können bestehen.“

Vor der Oldenburger Partie treffen an diesem Freitag KK Samara und BCM Gravelines im anderen Halbfinale aufeinander (16.30 Uhr). Das Finalturnier sei „hochkarätig“ besetzt, findet Machowski, einen eindeutigen Favoriten könne er deshalb nicht ausmachen. Dennoch verbreitet der 41-Jährige demonstrative Zuversicht: „Wir sind hier, um das Ding zu gewinnen.“

Im Halbfinale gegen Izmir kann Machowski wohl wieder auf Konrad Wysocki und Julius Jenkins zurückgreifen, die ihre Verletzungen auskuriert haben. Unterstützung erhalten die Baskets von rund 30 Fans, die die Reise von Oldenburg nach Izmir auf sich genommen haben. Ein Tipp für die Daheimgebliebenen: Auf der Homepage des Weltverbands Fiba (www.fibaeurope.com) wird das Halbfinale kostenpflichtig übertragen.