Oldenburg/Bremen/Bremerhaven - Der Basketball-Bundesligist Eisbären Bremerhaven zieht seit Jahren regelmäßig mit einzelnen Heimspielen nach Bremen um, weil die Mannschaft mit Auftritten in der großen Schwesterstadt Werbung für sich betreiben will. An diesem Sonntag (15.30 Uhr, ÖVB-Arena) kommt es in der Hansestadt bereits zum fünften Mal zum Nordwest-Derby mit den EWE Baskets Oldenburg. Eine Übersicht:

 6. Mai 2007

Die Oldenburger stehen am vorletzten Spieltag unter großem Druck. Die Mannschaft muss gewinnen, um noch eine Chance auf die Playoff-Teilnahme zu haben. Vor 9330 Zuschauern in Bremen setzen sich aber die Bremerhavener, die letztlich als Hauptrunden-Vierter souverän die Meisterrunde erreichen, deutlich mit 91:75 durch. Oldenburg verpasst die Playoffs, Trainer Don Beck muss am Saisonende nach fünf Jahren gehen.

Bester Schütze der Eisbären ist in jener Partie der US-Amerikaner Adam Chubb mit 19 Punkten. Sein Karriereweg führt ihn später nach Oldenburg, wo er von 2011 bis 2015 unter Vertrag steht. Wie fast in der gesamten Saison kommt auch in diesem Spiel Heiko Schaffartzik bei den Oldenburgern nicht richtig in Tritt. Der Aufbauspieler bleibt in 9:51 Minuten Einsatzzeit ohne Punkt.

 20. April 2008

Unter ihrem neuen Trainer Predrag Krunic zeigen die Oldenburger in der Saison 2007/08 bis Mitte Februar durchwachsene Leistungen. Dann legt das Team eine beeindruckende Siegesserie hin und gewinnt zehn Partien in Folge. Gestoppt wird die Mannschaft dann in Bremen von den Eisbären, die sich vor 9450 Zuschauern mit 73:68 durchsetzen. Anthony Tolliver ragt bei den Bremerhavenern wieder einmal heraus, er ist mit 19 Punkten bester Werfer seiner Mannschaft. Mit seinen starken Leistungen in jener Saison macht er die San Antonio Spurs auf sich aufmerksam. Wenige Wochen nach Saisonende wechselt er in die NBA, wo er einige Partien bestreitet.

 12. Oktober 2008

7040 Zuschauer sind zum dritten Nordwest-Derby nach Bremen gekommen. Und zum ersten Mal gewinnen die Oldenburger, die sich mit 89:75 durchsetzen. Je’Kel Foster ist mit 23 Zählern erfolgreichster Werfer der Baskets. Ein dreiviertel Jahr später ist er der entscheidende Mann, als die Oldenburger im fünften Playoff-Finale gegen die Baskets Bonn durch einen 71:70-Sieg den ersten (und bis heute einzigen) Gewinn der deutschen Meisterschaft feiern. Aufseiten der Eisbären verbucht Marcus Slaughter 16 Punkte. Er ist im weiteren Verlauf seiner Karriere unter anderem für die Baskets Bamberg und Real Madrid aktiv. Die Eisbären belegen am Ende der Saison einen Abstiegsplatz. Da aber das Team aus Köln in die Insolvenz geht und aus der Liga fällt, bleiben die Bremerhavener erstklassig.

 28. Februar 2015

In der Stadt Bremen ist die Atmosphäre an jenem Wochenende angespannt, wegen einer vermeintlichen islamistischen Terrordrohung sind überall Sicherheitskräfte unterwegs. Trotzdem kommen 9470 Zuschauer; sie sehen einen 70:64-Sieg der Oldenburger. Drei Wochen nach dem Spiel trennen sich die Baskets von Trainer Sebastian Machowski. Der wird ein Jahr später, im März 2016, Trainer der Eisbären. Im Team der Bremerhavener passt die Leistung des ehemaligen Kapitäns der Nationalmannschaft, Sven Schultze, zu dessen Auftritten in der gesamten Saison: Er bleibt ohne Punkt.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)