Weißenfels/Oldenburg - Den Start verschlafen, stark zurückgekämpft und am Ende den Sieg aus der Hand gegeben: Die EWE Baskets Oldenburg haben am Sonntag beim Mitteldeutschen BC eine wahre Achterbahn der Gefühle erlebt, die für den Basketball-Bundesligisten mit einer überraschenden 76:78 (20:37)-Niederlage endete.
Damit landeten die Oldenburger nach dem umjubelten Pokalsieg vor einer Woche und dem anschließenden Liga-Erfolg gegen Ulm am vergangenen Freitag wieder auf dem harten Boden der Tatsachen. Durch die Pleite in Weißenfels bleiben die Baskets Siebter und haben bei nur noch drei ausstehenden Hauptrundenspielen die Teilnahme an den Playoffs noch immer nicht sicher – im Heimspiel gegen Hagen an diesem Freitag (20 Uhr/große EWE-Arena) muss deshalb unbedingt ein Sieg her.
Vor 2700 Zuschauern in der Weißenfelser Stadthalle schienen die Baskets-Profis mit ihren Gedanken zunächst überall zu sein, nur nicht auf dem Parkett. Die Gäste wirkten schläfrig, in der Defensive nicht präsent und lagen schnell mit 2:14 zurück, 8:22 hieß es nach zehn Minuten. „Ich kann nicht sagen, was mit meiner Mannschaft los war. Wir wussten, was uns hier erwartet“, sagte Trainer Mladen Drijencic: „Es hat an Konzentration, Intensität und Energie gefehlt – dann kommt so etwas dabei raus.“
Zu allem Überfluss verletzte sich in der letzten Aktion des ersten Viertels auch noch Casper Ware. Der zuletzt starke Spielmacher kam nach einem Wurfversuch unglücklich auf den Boden auf und humpelte direkt vom Parkett. Der 25-Jährige verfolgte den Rest der Partie mit bandagiertem Fußgelenk von der Bank aus, eine genaue Diagnose stand am Abend noch aus. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Drijencic.
Ohne Ware stolperten die Baskets weiter von einer Verlegenheit in die andere: Nach 13 Minuten führte der MBC mit mehr als 20 Punkten (31:10), am Ende einer desaströsen Oldenburger Halbzeit noch mit 17 (37:20).
In der Kabine fand Drijencic offenbar die richtigen Worte – seine Schützlinge präsentierten sich nach Wiederbeginn in nahezu allen Bereichen deutlich verbessert. Die Gäste kämpften sich über die Stationen 27:39 (23.), 31:39 (25.) und 44:47 (28.) Stück für Stück heran. Mitte des Schlussviertels war es dann soweit: Philipp Neumann brachte die Oldenburger zum ersten Mal in Front (61:59/35.), Julius Jenkins erhöhte auf 66:62 (37.)
Doch der MBC knickte nicht ein: 30 Sekunden vor Schluss traf Frantz Massenat per Dreier zum 70:68, im nächsten Angriff verlor Oldenburgs Rickey Paulding den Ball – die Vorentscheidung. Drijencic wusste aber, dass seine Mannschaft das Spiel in der ersten Hälfte verloren hatte: „Für die zweite Halbzeit verdienen meine Spieler ein Lob. Aber es muss sich jeder fragen, was vorher los war.“
