Oldenburg - Manchmal lässt sich recht schnell erkennen, ob eine Mannschaft einen guten Tag erwischt hat. Beim ungefährdeten 92:71 (51:37)-Heimsieg der EWE Baskets Oldenburg gegen Phoenix Hagen am Montag dauerte es knappe vier Minuten. Da nämlich beförderte Rickey Paulding einen Pass von Chris Kramer aus der Luft zum 11:10 für Oldenburgs Bundesliga-Basketballer in den Korb – eine spektakuläre Aktion, die den 4837 Zuschauern in der großen EWE-Arena einen kleinen Vorgeschmack bot auf das, was noch folgen sollte.
Denn nach etwas holprigen Beginn war Pauldings „Alleyoop“ die Initialzündung für die Baskets, die anschließend richtig aufdrehten und sich den ganzen Frust von der unglücklichen Niederlage in Bonn am vergangenen Mittwoch von der Seele spielten. Dabei boten die Gastgeber, bei denen Paulding die meisten Punkte erzielte (18) und die einen großen Schritt in Richtung Heimrecht in den Playoffs machten, phasenweise Basketball vom Feinsten und versöhnten die Fans für die spielerisch etwas dürftigen Heimauftritte zuletzt.
Die Hagener konnten meistens nur staunend zuschauen, wie die Oldenburger sich den Ball so lange zupassten, bis die Lücke gefunden war oder nach Ballgewinn rasend schnell umschalteten und konsequent abschlossen.
Vor allem Center Adam Chubb, der nach langer Verletzungspause sein erstes Liga-Heimspiel der Saison bestritt, war mehrfach Ausgangspunkt sehenswerter Aktionen. So wie in der achten Minute, als Chubb nach einem Rebound die Situation schnell erkannte, zu Kramer passte, der wiederum Julius Jenkins bediente und dieser in vollem Tempo das 22:11 markierte.
„Chubb bringt eine ganz andere Dimension ins Oldenburger Spiel“, erkannte Hagens Trainer Ingo Freyer treffend. Oldenburgs Coach Sebastian Machowski stimmte in das Loblied auf den US-Amerikaner ein: „Seine Präsenz war deutlich zu spüren. Er gibt uns unter dem Korb eine Stärke, die uns in den letzten Monaten ohne ihn definitiv gefehlt hat.“
Nachdem Nemanja Aleksandrov einen weiteren schnellen Gegenzug per Dunk zum 41:22 vollendete, nahmen sich die Hausherren eine kleine schöpferische Pause. Weil Oldenburg jetzt etwas zu nachlässig und unkonzentriert agierte, fand Hagen zurück in die Partie und verkürzte auf 33:44 (18.). Danach aber nahmen die Baskets das Heft wieder in die Hand – Lohn eines tollen dritten Viertels war ein Zwischenstand von 77:51, der keine Zweifel mehr am Ausgang dieses Spiels ließ.
Entsprechend spannungsarm verliefen die finalen zehn Minuten, in denen beide Trainer einige Spieler schonten. Als die Gäste kurz vor dem Ende zum 62:86 trafen, skandierten die etwa 80 mitgereisten Fans voller Ironie lauthals „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ – mehr als Galgenhumor blieb ihnen an diesem Tag auch nicht übrig.
