München/Oldenburg - Die Bundesliga-Basketballer von Bayern München hatten soeben ihren 15. Sieg in Serie eingefahren, die EWE Baskets Oldenburg einen Rückschlag im Kampf um die Playoffs erlitten. Doch auf der Pressekonferenz nach dem 90:83 (53:46)-Erfolg der Münchner passte die Laune der beiden Trainer so gar nicht zum Ergebnis am Samstagabend. Während Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic trotz der Niederlage lobende Worte für seine Mannschaft fand, ließ Bayerns Coach Sasa Djordjevic kein gutes Haar am Auftritt der Gastgeber.

„Ich bin alles andere als zufrieden“, erklärte Djordjevic und ergänzte mit finsterer Mine: „Oldenburg war im Gegensatz zu uns bereit für dieses Spiel. Sie haben alles gegeben und Siegeswillen gezeigt – wir hingegen hatten die völlig falsche Einstellung. Das war heute nicht genug.“ Djordjevic störte sich vor allem an der aus seiner Sicht zu nachlässigen Verteidigungsarbeit des Tabellendritten, wodurch der Favorit länger als erwartet um den Sieg gegen dezimierte Oldenburger zittern musste.

Baskets-Trainer Drijencic hingegen hatte eine „gute Leistung von beiden Teams“ gesehen und sprach von „kleinen Dingen“, die die Partie entschieden hätten. „Ich bin aber zufrieden, wie wir uns trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Vaughn Duggins und Vladimir Mihalovic präsentiert haben“, meinte Drijencic, der kurzfristig auf die beiden Guards verzichten musste.

Über die Art der Verletzungen von Duggins und Mihailovic war nichts herauszubekommen. In ihrer Pressemitteilung beließ es der Club bei der Formulierung „angeschlagen“. So bleibt offen, wie sich die personelle Lage der Baskets bis zum Auswärtsspiel an diesem Dienstag (19 Uhr) bei Science City Jena entwickelt.

In den abschließenden zwei Hauptrundenspielen in Jena und am kommenden Montag, 1. Mai, bei den Baskets Bonn (15.30 Uhr) geht es für die Oldenburger ans Eingemachte: Vom Sprung auf Platz fünf bis zum Fall aus den Playoffrängen (Platz neun) ist für den derzeitigen Tabellensiebten noch alles möglich.

Nachdem sich die Baskets in München achtbar aus der Affäre zogen und endlich auch einmal auswärts überzeugten, blickten Trainer wie Spieler dem Showdown um die Playoffs zuversichtlich entgegen. „Wir können mit Selbstvertrauen in die letzten beiden Spiele gehen“, meinte Drijencic und Philipp Schwethelm erklärte: „Das war eine der wenigen Niederlagen, aus der man mit einem guten Gefühl gehen kann.“

Vor 5913 Zuschauern in München boten die Baskets dem Seriensieger einen heißen Tanz, der zeitweise Züge eines Dreier-Wettwerfens hatte – beide Teams trafen fast zwei Drittel ihrer Versuche aus der Distanz. Drei Dreier innerhalb von 63 Sekunden waren es auch, die die Gäste nach vier Minuten mit 14:6 in Führung brachten. Selbst als die Bayern zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 63:48 davonzuziehen schienen (23. Minute), zeigten die Baskets Herz und kamen wieder heran.

Dass es nicht zum Auswärtscoup reichte, lag an der individuellen Qualität des Münchner Starensembles – und an Bryce Taylor. Der Bayern-Kapitän erzielte in seinem 300. Bundesligaspiel 19 Punkte und traf fünf von sechs Dreiern. Da halfen den Oldenburgern auch die 17 Zähler von Frantz Massenat nichts. Der Aufbauspieler zeigte wie schon in der Vorwoche beim Sieg gegen Bayreuth eine starke Leistung und war bester Werfer seines Teams.