Oldenburg - Rickey Paulding schlug mit beiden Händen auf den Hallenboden, Maurice Stuckey blieb regungslos auf dem Parkett stehen und blickte ins Leere. Nachdem die Niederlage gegen die Frankfurt Skyliners feststand, herrschten Frust und Fassungslosigkeit bei den EWE Baskets Oldenburg. Das 81:83 nach Verlängerung am Sonnabend bedeutete die nächste Enttäuschung für den Basketball-Bundesligisten und beendete die in der Vorwoche nach dem Auswärtscoup bei Alba Berlin aufkeimende Aufbruchstimmung jäh.

Statt die Jagd auf Platz vier fortzusetzen, müssen die Baskets nach der vierten Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen den Blick nach unten richten. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellensechsten auf den ersten Nicht-Playoff-Platz nur noch, an diesem Mittwoch steht das Nachholspiel gegen den Mitteldeutschen BC (20 Uhr/große EWE-Arena) an.

„Es ist einfach nur bitter“, sagte Robin Smeulders nach der dritten Heimniederlage in Folge und trauerte den vergebenen Chancen nach: „Wir haben es versäumt, den Deckel drauf zu machen.“ Der 27-Jährige mag dabei an den Beginn des vierten Viertels gedacht haben, als die Oldenburger beim Stand von 63:59 durch Casper Ware und Nemanja Aleksandrov den Ball vertändelten und Johannes Voigtmann die Hessen wieder auf zwei Zähler heranbrachte. (33. Minute). Diese Szene stand sinnbildlich für den unglücklichen Auftritt der Baskets, die sich durch eigene Unzulänglichkeiten um den Lohn für eine kämpferisch starke Leistung brachten.

„Wir haben das Spiel in der Offensive verloren“, bilanzierte auch Trainer Sebastian Machowski: „Ich hatte sehr gehofft, dass wir den Schwung des Sieges in Berlin mitnehmen können. Leider ist es uns nicht gelungen.“

5204 Zuschauer in der großen EWE-Arena sahen eine spannende, aber zerfahrene Partie, in der sich beide Mannschaften über eine gute Verteidigungsarbeit definierten. Dabei kämpften sich die Baskets nach nervösem Beginn (5:14/6.) ins Spiel und hatten bis zum Ende des ersten Viertels auf 17:19 verkürzt.

Der zweite Abschnitt begann mit mehreren Minuten Verspätung – die Anzeigetafel streikte. Als die technischen Probleme behoben waren, übernahmen die Hausherren die Regie, lagen zur Pause aber nur mit einem Punkt vorn (37:36). Auch in der zweiten Halbzeit verpassten es die Oldenburger durch zum Teil haarsträubende Ballverluste, sich abzusetzen. So blieb es bis zum Schluss eng – nachdem Paulding unter Bedrängnis den letzten Wurf der regulären Spielzeit vergab, musste die Verlängerung die Entscheidung bringen.

Frankfurt, das in Aaron Doornekamp seinen besten Werfer hatte (22 Punkte), war in dieser fünfminütigen Extra-Zeit keine Müdigkeit anzumerken – obwohl die Mannschaft noch am Mittwoch beim Euro-Challenge-Spiel in s’Hertogenbosch ebenfalls in die Verlängerung gehen musste. Rund 50 Sekunden vor Schluss der Verlängerung setzten die Hessen einen Wurf nach dem anderen daneben, angelten sich aber stets den Rebound, ehe Voigtmann zum 80:78 abschloss.

Am Ende sollte Paulding die Baskets in eine weitere Verlängerung retten. Der Kapitän, mit 18 Zählern Topscorer, bekam den Ball, zog mit Macht zum Korb – doch der Ball kullerte über den Ring. Es war die allerletzte von zahlreichen vergebenen Chancen an diesem Abend.