Bayreuth/Oldenburg - Es gab mal eine Zeit, da war Bayreuth im deutschen Basketball eine ganz große Nummer. Ende der achtziger Jahre war das, 1989 gewannen die Oberfranken das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Es folgten turbulente Zeiten voller finanzieller und sportlicher Krisen, in denen es mehrere Ab- und Aufstiege gab.
In diesem Jahr sorgen die Korbjäger aus der 72 000 Einwohner zählenden Stadt aber endlich wieder für positive Schlagzeilen und schicken sich an, die Überraschungsmannschaft der diesjährigen Bundesliga-Spielzeit zu werden. Vor dem Heimspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg an diesem Sonntag (15.30 Uhr) rangieren die Süddeutschen auf Platz drei der Tabelle – noch vor dem Meisterschaftsaspiranten Bayern München.
Sieben Siege in Folge haben die Bayreuther in den vergangenen Wochen eingefahren und so einen (fast) perfekten Saisonstart hingelegt. Und auch bei der einzigen Niederlage überzeugte das Team, als es am ersten Spieltag gegen Ulm erst in der Verlängerung den Kürzeren zog.
„Die Bayreuther schweben momentan auf Wolke sieben“, meinte Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic, der in dem kommenden Gegner einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze sieht: „Wenn sie so weiterspielen, werden sie bis zum Schluss vorn mitmischen.“
Bayreuths Höhenflug hängt mit einigen Personalentscheidungen im Sommer zusammen. So wurde in Nate Linhart (früher Saragossa und Tel Aviv) ein international erfahrener Flügelspieler verpflichtet, für den Aufbau kam der pfeilschnelle Kyan Anderson aus Belgien, unter dem Korb begeistert der Ägypter Assem Marei die Fans.
Die vielleicht wichtigste Veränderung fand jedoch auf der Trainerbank statt: Raoul Korner kam aus Braunschweig, weil er keine Lust mehr auf einen erneuten Neuanfang bei den finanziell angeschlagenen Niedersachsen verspürte.
An neuer Wirkungsstätte stellte der Österreicher ein harmonisierendes und spielstarkes Team zusammen, das mit seiner Siegesserie für eine lange nicht mehr dagewesene Euphorie in Bayreuth gesorgt hat. Wie bereits vor zwei Wochen beim Erfolg gegen Alba Berlin wird die Oberfrankenhalle wohl auch gegen Oldenburg mit 3300 Zuschauern ausverkauft sein.
