BERLIN - Die Baskets Bonn haben die Aufholjagd von Alba Berlin doch noch gestoppt und den Titelverteidiger schon im Halbfinale der Basketball-Bundesliga (BBL) entthront. Die Bonner setzten sich im entscheidenden fünften Spiel 82:71 (42:31) am Donnerstagabend in Berlin durch und nahmen erfolgreich Revanche für die Final-Niederlage des Vorjahres. Auch Alba hat damit der Fluch des Titelverteidigers erwischt, denn seit 2003 hat kein deutscher Meister seinen Erfolg im folgenden Jahr wiederholt. In der „best-of-five“-Serie unterlagen die Berliner damit 2:3.
Die Grundlage für ihren Sieg legten die Bonner bereits vor der Pause, als die Gäste mit einer 17:2-Serie davon zogen. Bester Werfer bei den Baskets, die zum fünften Mal ins Endspiel einzogen und sich im sechsten Playoff-Duell mit Alba erstmals durchsetzen konnten, war Winsome Frazier mit 23 Punkten.
Somit trifft der Vize-Meister im ersten Finale an diesem Sonntag (19.30 Uhr/Eurosport) auswärts auf die EWE Baskets Oldenburg. Die Mannschaft von Predrag Krunic genießt dabei in der Finalserie den Vorteil, zwei Heimspiele garantiert zu haben. Deutscher Meister wird, wer drei Spiele der Serie für sich entscheiden kann.
„Wir wollten lange im Spiel bleiben, denn wir wussten, dass Berlin dann nervös wird. Es war spielentscheidend, dass wir zwischenzeitlich einen so großen Vorsprung hatten“, sagte Bonns Trainer Michael Koch.
Für Pokalsieger Alba ist dagegen der Traum von der neunten Meisterschaft und dem fünften Double-Gewinn geplatzt. Zudem verpasste der Hauptrundenprimus, für den Rashad Wright (14 Punkte) am besten traf, mit dem Halbfinal-Aus die Qualifikation für die Euroleague.
Vor der deutschen Playoff-Rekordkulisse von 14 800 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof erwischten die Hausherren den besseren Start und zogen schnell auf 13:7 (7.) davon.
Doch im zweiten Viertel intensivierten die Bonner ihre Verteidigungsarbeit, trafen gleich fünf schwere Drei-Punkte-Würfe und legten einen 17:2-Lauf zur 36:26-Führung (18.) hin. Alba wirkte in dieser Phase nach der kräfteraubenden Aufholjagd mit den zwei Siegen in den vergangenen beiden Spielen unkonzentriert.
Nach der Halbzeitpause setzte sich das Bild fort: Berlin war bemüht, doch die Gäste trafen weiter hochprozentig aus der Distanz und vergrößerten ihren Vorsprung (55:35/24.).
