BERLIN - Kalte Dusche für die EWE Baskets Oldenburg zum Auftakt des Playoff-Viertelfinales um die deutsche Basketball-Meisterschaft: Mit 68:95 (30:51) kassierten sie am Sonnabend bei Alba Berlin die höchste Playoff-Niederlage seit fünf Jahren.
Um die Best-of-Five-Serie an diesem Mittwoch (20 Uhr/EWE-Arena) in Oldenburg auszugleichen, wird sich das Team von Trainer Predrag Krunic in allen Bereichen gewaltig steigern müssen in der Offensive, aber vor allem in der Defensive, wo sie der Spielfreude der offensivstarken Berliner von der ersten Minute an nur wenig entgegenzusetzen hatten.
Die Oldenburger Pläne, das Berliner Tempospiel zu bremsen, liefen völlig ins Leere. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht physisch genug in der Verteidigung agiert, analysierte Baskets-Trainer Predrag Krunic den Fehlstart.
Vor allem Berlins Flügelspieler Derrick Allen nutzte die geringe Gegenwehr und wirbelte mit seinen trickreichen Bewegungen nach Belieben durch die konsternierte Oldenburger Verteidigung, tanzte unter dem Korb Aron Baynes aus, traf aber auch aus der Halbdistanz sehr sicher (12 Punkte im ersten Viertel). Der US-Amerikaner präsentierte sich pünktlich zum Playoff-Auftakt wieder in Bestform.
Natürlich hielt Krunic sein Team in der ersten Viertelpause an, die Wege unter dem Korb dicht zu machen, um Berlins langer Garde das Punkten zu erschweren. Doch die Berliner nutzten prompt den dadurch größeren Freiraum ihrer Außenspieler: Immanuel McElroy und Julius Jenkins drückten mit zusammen 16 Punkten dem zweiten Viertel ihren Stempel auf die Oldenburger Defensive saß in einer Zwickmühle und Alba führte zur Pause bereits 51:30 mit einer Trefferquote von 63 Prozent und ohne Ballverlust!
Während die Berliner oft nur zehn Sekunden benötigten, um über schnelle Pässe oder einfache Kombinationen zu einfachen Punkten zu kommen, taten sich die Oldenburger Aufbauspieler auf der Gegenseite schwer, Lücken in der soliden Berliner Verteidigung zu finden. Von der Alba-Defensive stark unter Druck gesetzt, suchten Eddie Gill als auch Louis Campbell ihr Glück angesichts heruntertickender Wurfuhr zu oft in verzweifelten Alleingängen.
Nach der Pause aggressiver, gab es für die Oldenburger wenigstens ein paar Lichtblicke wie einen von Mindaugas Lukauskis angeführten 15:7-Lauf im dritten Viertel, den die aus der Distanz traumhaft sicheren Berliner (9 von 12 Dreiern fielen) aber eiskalt mit vier Dreiern in Folge stoppten (76:47/30. Minute).
Alba spielte er in der Endphase nicht mehr ganz so konzentriert und gab jetzt seinen Bankspielern mehr Einsatzzeiten. Zumindest dann konnten die Baskets mithalten. Das Gefühl, dass sie mit den Berlinern aber auf gleicher Augenhöhe spielen könnten, kam nie auf. Zu stark agierte Alba insgesamt, zu harmlos waren die Baskets.
