Frankfurt - Nach der geglückten Revanche für die Pleite im Pokalfinale gegen Alba Berlin schwelgte RP Ulms Trainer Thorsten Leibenath in höchsten Tönen über die Basketball-Gala seiner Schützlinge. „Ich bin sehr beeindruckt, mit welcher Moral wir angetreten sind. Es ist nicht selbstverständlich, dass man nach einer so bitteren Niederlage wie im Pokalfinale mit diesem Willen und Ehrgeiz zurückkommt“, lobte Leibenath den Auftritt des Vizemeisters beim klaren 92:73.

Eine Woche nach dem verlorenen Endspiel dominierten die Schwaben die Spitzenpartie des Spieltages und schoben sich in der Bundesliga-Tabelle am FC Bayern vorbei auf Rang drei. Die Münchner hatten am Sonnabend 66:70 bei den Artland Dragons Quakenbrück verloren. Tabellenführer Baskets Bamberg deklassierte mit 105:54 den Absteiger Gießen 46ers und sicherte sich als erste Mannschaft die Playoff-Teilnahme. Hinter dem Meister festigten die EWE Baskets Oldenburg um Trainer Sebastian Machowski durch den 88:79-Pflichtsieg gegen den Vorletzten Neckar Riesen Ludwigsburg Platz zwei.

In der Neuauflage des Cup-Finals vom vergangenen Sonntag startete Ulm furios, traf fünf von sieben Drei-Punkt-Wurfversuchen im ersten Viertel und lag nach zehn Minuten mit 26:21 vorne. Angeführt vom überragenden Allan Ray (21 Punkte) und Nationalspieler Per Günther (13) zogen die Schwaben mit einem zwischenzeitlichen 14:0-Lauf bis zur Pause auf 56:34 davon. „Der Sieg war ein beeindruckender, zu dem alle Spieler ihren Teil beigetragen haben“, stellte Leibenath zufrieden fest.

In der zweiten Halbzeit kam Berlin vor allem dank Aufbauspieler Heiko Schaffartzik (18) Mitte des Schlussabschnitts noch einmal auf zehn Punkte heran, hatte aber nicht mehr die Kraft, die Partie zu drehen. „Wir haben das Spiel verloren, weil wir physisch nicht bereit genug waren. Wir stecken nach dem Pokalsieg physisch und auch mental in einem Loch“, monierte Berlins Trainer Sasa Obradovic.

Als Entschuldigung führte er an, dass große Teile des Teams vor der Partie von einem Virus geschwächt worden waren: „Am Ende haben wir aber auch zu viele taktische Fehler gemacht.“

Vollkommen anders war die Stimmung hingegen in Bamberg. Nach acht Pflichtspiel-Niederlagen in Serie schafften die Franken mit dem sechsthöchsten Sieg der Liga-Historie die Trendwende und lösten als erste Mannschaft vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde.