BONN - Während die Baskets Bonn in diesen Tagen gegen die EWE Baskets Oldenburg um den Titel des deutschen Basketball-Meisters kämpfen, droht dem Club vor dem Kölner Oberlandesgericht Ungemach. Dieses soll am 30. Juni einen acht Jahre dauernden Rechtsstreit um die Bundesliga-Lizenz der Bonner klären. Schlimmstenfalls müsste der Verein eine Schadenersatz-Zahlung in sechsstelliger Höhe an den Post-Sportverein Bonn (PSV) leisten. Dieses würde die Insolvenz der Telekom Baskets Bonn e.V. bedeuten.

Bei dem Rechtsstreit geht es um den Wert der Bundesliga-Spielberechtigung. Die Basketballabteilung der BG Bonn war 1993 zum PSV gewechselt und von dort knapp zwei Jahre später weiter zum neugegründeten Club Telekom Baskets. Auch die entsprechende Spiellizenz wechselte damals die Vereine. Nötig wurden die Transfers, damit die Post und nach der Privatisierung die Telekom als Hauptsponsor der Basketballer auftreten konnte.

Der PSV beruft sich nun auf eine Vereinbarung vom 1. Mai 1997 auf eine Entschädigung. In dem Gerangel geht es nun darum, was ein Teilnahmerecht an der Bundesliga zum damaligen Zeitpunkt wert war. 2001 verklagte der PSV die Telekom Baskets auf die Zahlung von 750 000 Mark (383 000 Euro).

„Das Gerichtsverfahren und das anstehende Urteil stellen nicht infrage, dass die Telekom Baskets weiter in der Bundesliga spielen“, erklärt Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich. Durch die Ausgliederung des Profispielbetriebs in die Firma „BonBas GmbH“ sei eine weitere Teilnahme der Baskets an der Bundesliga auch bei einer Insolvenz des Vereins sicher. Der Ligaverband BBL sei über die Verpfändung der Lizenz an die „BonBas“ informiert. Der Konzern Telekom habe laut Wiedlich bereits erklärt, „für den Ausfall nicht aufzukommen“.

Bevor es zur Verhandlung kommt, wollen die Telekom Baskets nach eigener Auskunft ein Vergleichsangebot über 80 000 Euro vorlegen. Diese Summe liegt nahe an den 100 000 Euro, die die BBL für eine Lizenz verlangt. „Wer kein Teilnahmerecht besitzt, aber sonst alle Voraussetzungen für einen Start in der Bundesliga erfüllt, kann eine Wildcard beantragen. Und die kostet bei der BBL 100 000 Euro“, erklärte Wiedlich.

Weiter auf einen Platz in der Bundesliga hoffen auch die Eisbären Bremerhaven. Der Absteiger hat angekündigt, sich um eine Wildcard zu bewerben – falls die BBL denn eine solche verteilt. Der Ligaverband entscheidet am 9. Juli, wie mit dem frei gewordenen Bundesliga-Platz verfahren wird. Zuvor hatten sich die Giants Nördlingen aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga abgemeldet.