BONN - Als „Grippewelle“ hat der Basketball-Bundesligist Baskets Bonn eine vermeintliche Drogen-Affäre getarnt. Denn nicht wegen einer Grippe, wie es offiziell zunächst hieß, sondern aus Furcht vor positiven Dopingtests nach angeblichem Marihuana-Konsum fehlten die Bonner Spieler Brandon Bowman und Earl Jerrod Rowland am Wochenende im Ligaspiel gegen EnBW Ludwigsburg (76:67).

Wie der Verein mitteilte, hätten die Spieler die Verantwortlichen vor der Partie darüber informiert, dass sie in einer Gaststätte gewesen seien, in der wohl gekifft worden sei. Es habe daher die Gefahr bestanden, dass sie durch das Passivrauchen gegen die Doping-Regeln hätten verstoßen können. Der Marihuana-Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) steht auf der Dopingliste.

„Bowman und Rowland sahen das Risiko, durch das Passivrauchen eventuell dem Club und sich selbst schaden zu können“, hieß es in einer Mitteilung der Rheinländer. Doch intensive Drogentests hätten am Montagabend negative Proben ergeben. „Die Spieler haben weiterhin unser vollstes Vertrauen, und ich sehe die Einstellung der Beiden als vorbildlich an“, sagte Bonns Präsident Wolfgang Wiedlich.

Bowman und Rowland sind ab sofort wieder einsatzbereit und können schon an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) zum Auftakt der Euro-Challenge gegen Keravnos Nikosia spielen. Mitte Januar sind die Bonner der Viertelfinal-Gegner der EWE Baskets Oldenburg im deutschen Pokal.

Das Verhalten des Vereins gegenüber Fans und Medien, das Fehlen der Spieler mit einer Grippeerkrankung zu entschuldigen, sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, weil „wir die Unschuldsvermutung ernst nehmen“, sagte Präsident Wiedlich.