BONN - Mit dem dritten Pokalsieg in Serie haben die Baskets Bamberg ihre Ausnahmestellung im deutschen Basketball eindrucksvoll bestätigt und die Chance aufs historische dreifache Double gewahrt. Für die Franken war es der fünfte nationale Titel nacheinander. Bislang ist es noch nie einer deutschen Mannschaft gelungen, in drei aufeinanderfolgenden Jahren sowohl den Pokal als auch die Meisterschaft zu gewinnen.
Am Sonntag setzte sich der Bundesliga-Tabellenführer im Cup-Finale gegen Gastgeber Baskets Bonn mit 82:73 (46:35) durch. Es war eine hervorragende Atmosphäre, eine riesige Stimmung. Unsere Fans waren absolut unglaublich, lobte Bambergs Erfolgstrainer Chris Fleming, dem seine Spieler unter dem Korb eine Weizenbierdusche verpassten.
Bester Werfer beim jetzt viermaligen Pokalsieger war Marcus Slaughter mit 17 Punkten. Bei den Bonnern, für die es die dritte Finalniederlage nach 2005 und 2009 war, kam Talor Battle auf 19 Zähler. Die Rheinländer warten damit weiter auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte.
Platz drei sicherte sich der Bundesligazweite RP Ulm. Das Team von Trainer Thorsten Leibenath entschied das kleine Finale gegen den Vorjahresfinalisten Phantoms Braunschweig mit 85:68 (38:45) für sich. Damit kassierte der neue Trainer der EWE Baskets Oldenburg, Sebastian Machowski, mit seiner Mannschaft zwei Niederlagen am Final-Wochenende. Die Bamberger hatten sich im Halbfinale am Sonnabend in einer hochklassigen und dramatischen Partie mit 99:96 nach Verlängerung gegen Ulm durchgesetzt. Das war Werbung für den deutschen Basketball, sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Bonn hatte das Endspiel mit einem 77:64 gegen ersatzgeschwächte Braunschweiger erreicht.
Hatte das vorweggenommene Finale zwischen Bamberg und Ulm noch Basketball vom Feinsten geboten, so war das Endspiel vor allem vor der Pause nicht schön anzusehen. Viele Nickeligkeiten und Fouls prägten vor 6000 Zuschauern das Geschehen, so dass nur selten Spielfluss aufkam.
Die Bamberger erwischten den deutlich besseren Start und entschieden das erste Viertel mit 29:17 für sich. Erst im zweiten Abschnitt fanden die Hausherren besser in die Partie. Zweieinhalb Minuten vor der Pause verkürzten die Bonner durch Battle auf vier Zähler (33:37), doch mit sieben Punkten in Serie zog Bamberg bis zur Pause wieder davon (46:35).
Nach dem Seitenwechsel bäumten sich die Bonner noch einmal auf und kamen schnell auf sechs Zähler heran (40:46). Immer, wenn es etwas enger wurde, zeigte Bamberg aber seine Klasse. Die Franken setzten sich schnell wieder ab und gingen mit einer Zwölf-Punkte-Führung ins Schlussviertel (59:47). Der Erfolg des Titelverteidigers geriet nicht mehr in Gefahr.
