Oldenburg - Es ist wahrlich keine Liebesbeziehung, die den Pokal und die EWE Baskets Oldenburg verbindet. Wenn der Basketball-Bundesligist am 11. und 12. April das Finalturnier in der großen Arena ausrichtet, ist es erst das zweite Mal überhaupt, dass die Oldenburger beim Top Four dabei sind.
„Es war wie verhext“, sagt Ralph Held, der die vielen vergeblichen Anläufe in den vergangenen Jahren als Co-Trainer miterlebt hat. Als die Oldenburger bei ihrer bisher einzigen Teilnahme im Jahr 2002 in Berlin den dritten Platz belegten, war Held auch schon dabei – allerdings auf der Gegenseite. Held war Co-Trainer bei Herzogtel Trier, die das Spiel um Platz drei gegen die Baskets mit 77:89 verloren.
„Bei uns war der Frust sehr hoch, nachdem wir im Halbfinale gegen Frankfurt eine unglückliche Niederlage kassiert hatten“, erinnert sich Held. Das enttäuschende Abschneiden ändert nichts daran, dass Held um die Jahrtausendwende ein ausgewiesener Pokal-Experte war. Viermal erreichte er mit Trier das Top Four, zweimal (1998 und 2001) stemmte der gebürtige Aachener die Trophäe in die Höhe. „Der Pokal war für Trier immer ein Saison-Höhepunkt“, berichtet Held.
Pikant: Triers Chefcoach hieß zu jener Zeit Don Beck, im Sommer 2002 – wenige Monate nach dem Pokalturnier in Berlin – wechselte das Gespann Beck/Held nach Oldenburg. Während Beck 2007 entlassen wurde und inzwischen in Japan als Trainer arbeitet, ist Held bei den Baskets längst zu einer Institution geworden.
Warum es für ihn mit Oldenburg im Pokal bisher so gar nicht laufen wollte, kann sich Held auch nicht erklären. „Wir waren immer kurz davor und sind dann aus tausend verschiedenen Gründen in der letzten Qualifikationsrunde gescheitert“, sagt der 57-Jährige, der auch nach dem kürzlich vollzogenen Wechsel von Sebastian Machowski zu Mladen Drijencic auf dem Cheftrainer-Posten Assistenzcoach geblieben ist. In diesem Jahr sind die Baskets als Gastgeber automatisch für das Finalturnier gesetzt, Helds Vorfreude ist riesig: „Es wird eine grandiose Stimmung in unserer Arena herrschen.“
Der frühere Lehrer spricht aus den Erfahrungen, die er mit Trier gewonnen hat. „Es ist eine einzigartige Atmosphäre, wenn die Fans von vier verschiedenen Clubs in einer Halle sind. Und dabei geht es immer freundlich und familiär zu“, schwärmt Held. Auch sportlich sei das Top Four reizvoll: „Die Spiele folgen so dicht aufeinander. Das ist eine Intensität, wie du sie sonst nirgends erlebst.“
Die Meinung von Kritikern, dass ein Titel, den man durch nur zwei gewonnene Spiele holen kann, keine Bedeutung besäße, kann Held nicht teilen. „Man kann zu dem Modus stehen wie man will. Aber das ändert nichts an dem Gefühl, wenn du den Pokal holst. Sollten wir es schaffen, würde ich mich genauso freuen wie bei der Meisterschaft 2009.“
