Vechta - Auch im zweiten Anlauf blieb das Bundesliga-Abenteuer für die Basketballer von Rasta Vechta nur ein kurzes Intermezzo. Wie schon die Saison 2013/14 endet die laufende Spielzeit für Rasta erneut mit dem direkten Abstieg. Das 57:101-Debakel gegen Bayern München besiegelte am Ostersonntag, was eigentlich bereits seit der Niederlage im Kellerduell bei den Löwen aus Braunschweig am Mittwoch jeder wusste: Vechta spielt in der kommenden Saison wieder zweitklassig.

„Die Ergebnisse sind ex-trem ernüchternd“, hatte Club-Boss Stefan Niemeyer bereits vor dem Spiel gesagt. „Diese Saison ist das Schlimmste, was Rasta in den vergangenen sechs, sieben Jahren passiert ist. Es war ja noch nie so leicht, in der Liga zu bleiben“, sagte Niemeyer. Der Geschäftsführer spielt damit auf den Umstand an, dass durch den Lizenzentzug von Phoenix Hagen (Insolvenz) bereits seit Monaten einer von zwei Absteigern feststand.

Doch auch gegen das Münchner Starensemble enttäuschten die Rasta-Profis völlig und ergaben sich vor 3140 Zuschauern im wieder einmal ausverkauften Rasta-Dome wehrlos ihrem Schicksal. „Wenn man die Statistik in Sachen Rebounds sieht, kann man sich einen Reim darauf machen, ob die Mannschaft 40 Minuten lang gekämpft hat“, sagte Vechtas Trainer Douglas Spradley frustriert. 19:45 Rebounds standen am Ende der einseitigen Partie auf dem Spielberichtsbogen.

Insgesamt verbuchte Vechta in dieser Spielzeit bislang nur zwei Siege, der einzige Heimerfolg gelang Mitte März gegen die EWE Baskets Oldenburg. Auch der im Februar für den beurlaubten Andreas Wagner verpflichtete Coach Spradley konnte nicht mehr für eine Wende sorgen.

Für Vechta geht es in den verbleibenden drei Partien nun darum, sich mit Anstand aus der Bundesliga zu verabschieden. Danach soll die große Analyse beginnen, warum der Aufsteiger trotz einer von den Namen her gar nicht einmal schlechten Mannschaft so sang- und klanglos abgestiegen ist. Doch Niemeyer muss die Enttäuschung erst einmal sacken lassen. „Ganz ehrlich: Im Moment habe ich keine große Lust, mich mit der nächsten Saison zu befassen“, sagte der Vereinschef. Trainer Spradley geht mit runter in die zweite Liga, die meisten Spieler werden den Club hingegen wohl im Sommer verlassen.

Die Münchner wahrten derweil mit ihrem 14. Ligasieg in Serie die kleine Chance auf den ersten Tabellenplatz nach der Hauptrunde. Das Team von Trainer Sasa Djordjevic, das am kommenden Samstag (20.30 Uhr) Oldenburg empfängt, muss dafür aber noch auf Ausrutscher von Ratiopharm Ulm hoffen. Der Tabellenführer feierte mit dem 72:63 über die Gießen 46ers den 28. Sieg im 29. Ligaspiel. Mit zwei weiteren Siegen wäre Ulm die Spitzenposition nach der Hauptrunde und damit das Heimrecht in den entscheidenden Playoffspielen nicht mehr zu nehmen.

Wie Bayern hat auch Brose Bamberg weiter nur drei Saison-Niederlagen auf dem Konto. Der Meister gewann das Prestigeduell mit Alba Berlin souverän mit 88:71.