Oldenburg/Bamberg - Großer Showdown in Oldenburg. An diesem Sonnabend (20.30 Uhr, große Arena) treffen die EWE Baskets Oldenburg auf den aktuellen Tabellenführer der Basketball-Bundesliga. Bei einer Niederlage gegen Oldenburg behaupten die Baskets Bamberg zwar ihre Spitzenposition, einen Rekord könnten sie allerdings nicht mehr aufstellen. Derzeit haben sie 20 Siege in Folge errungen. Sollten die Süddeutschen aber auch die letzten fünf Spieltage der Hauptrunde siegreich bestreiten, fällt der noch gültige Rekord von Alba Berlin (24 Erfolge in Serie in den Spielzeiten 1996/1997 und 2000/2001).
Bereits vor der Saison gaben viele Experten Bamberg als Meistertipp ab. Aber was macht die Mannschaft aus dem knapp 70 000-Einwohnerstädtchen, mit einem geschätzten Etat von zehn Millionen Euro, so stark? Neben sehr guten Verpflichtungen im Sommer (Nicolo Melli, Nikolaos Zisis und Lucca Staiger) sind es in der Hauptsache die Weiterverpflichtungen der Meisterschaftsgaranten aus dem Vorjahr. Allen voran Bradley Wanamaker. Der zum besten Spieler der Finalserie der Vorsaison gewählte Spielmacher hält auch in dieser Spielzeit die Strippen in der Hand und fungiert perfekt als verlängerter Arm von Trainer Andrea Trinchieri. Der italienische Zampano, der für seine auffälligen Bewegungen und Anweisungen an der Seitenlinie bekannt ist, dürfte indes hauptverantwortlich für die Dominanz der Nordbayern zeichnen.
Er schafft es bislang hervorragend, seine vielen Stars, von denen der ein oder andere auch mal länger auf der Bank Platz nehmen muss, bei Laune zu halten. Schaut man auf die Einsatzzeit pro Spieler, findet sich niemand mit mehr als 26 Minuten Spielanteilen. Dieser Umstand ist natürlich auch der ausgezeichnet besetzten Bank geschuldet. Die Oldenburger müssen am Sonnabend nicht den einen Spieler ausschalten – jeder Bamberger Akteur kann das Geschehen an sich reißen und Spiele gewinnen.
Ein weiterer Grund ist die Leistung der deutschen Spieler. Galt Daniel Theis schon immer als sehr guter und talentierter Bundesliga-Spieler, so hat sich der mittlerweile 24-Jährige unter Trinchieri zu einem unverzichtbaren Stammspieler mit europäischem Format entwickelt. Aber auch der vom US-College in Boston zurückgekehrte Patrick Heckmann spielt eine herausragende Debüt-Saison in der Bundesliga und trägt sehr viel zur derzeitigen Dominanz bei.
Die Baskets Bamberg sind zudem die einzige Bundesliga-Mannschaft, die noch kein Heimspiel verloren hat. Stolze 14-mal ging das Team aus Bayern als Sieger vom Parkett und wurde von den eigenen Fans frenetisch gefeiert. Jeder, der schon einmal in der heimischen „Frankenhölle“ zu Gast war, kann bestätigen, dass die Spielstätte zurecht diesen Namen trägt. Sie ist regelmäßig mit 6800 Zuschauern ausverkauft.
VIDEO Baskets-Trainer Mladen Drijencic über die kommenden Spiele
