Oldenburg - Es war gegen 22.30 Uhr am Sonnabendabend, die Halle hatte sich längst wieder geleert, als Ralph Held kurz innehielt. Der 84:74-Erfolg gegen die Baskets Bonn war knapp eine Stunde her, da stand der Co-Trainer der EWE Baskets Oldenburg mit einem Lächeln am Spielfeldrand der neuen EWE-Arena und ließ seinen Blick durch das weite Runde schweifen.
„So etwas hätte ich vor elf Jahren nicht für möglich gehalten“, sagte Held, der seit 2002 beim Basketball-Bundesligisten an der Seitenlinie aktiv ist und somit dabei war, als die Heimspiele noch in der Haareneschhalle ausgetragen wurden. „Diese Entwicklung ist einfach unfassbar“, meinte der 55-Jährige. So wie Held erging es wohl den meisten der 6000 Zuschauer, die beim ersten Spiel in der neuen Halle dabei waren: Die Oldenburger Baskets sind mit dem Umzug von der alten in die neue, doppelt so große EWE-Arena in neue Dimensionen vorgestoßen.
„Es war ein super Gefühl, vor dieser tollen Kulisse auf dem Parkett zu stehen“, sagte Konrad Wysocki und Adam Chubb, mit 22 Punkten bester Werfer bei den Oldenburgern, ergänzte: „Es war großartig.“ Die neue Heimspielstätte war hinterher das beherrschende Thema, das Spiel geriet fast zur Nebensache. Kein Wunder, lieferte die Begegnung an sich doch wenig Gesprächsstoff: Die ersatzgeschwächten Bonner erwiesen sich als dankbarer Gast bei der Oldenburger Einweihungsfete und waren nie in der Lage, die Hausherren ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Wie groß der Unterschied zwischen beiden Teams an diesem Abend war, verdeutlichte der Umstand, dass Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski sich zeitweise sogar den Luxus erlauben konnte, einige Leistungsträger zu schonen. „Das Spiel war okay. Es hätte sicher besser laufen können“, sagte Wysocki und räumte damit ein, dass die Oldenburger nicht ihr volles Potenzial abrufen mussten, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen. Mit einem Erfolg beim Tabellenschlusslicht Gießen an diesem Dienstag (19 Uhr) könnte sich das Team diese Position zum Abschluss der Hauptrunde sichern.
Nur in den ersten Minuten schienen sich die Oldenburger noch an ihr „neues Wohnzimmer“ (Machowski) gewöhnen zu müssen. Die Gastgeber kamen erst nach mehr als zwei Minuten durch Ronnie Burrell zu ihren ersten Punkten und agierten auch danach ungewohnt fahrig – 16:16 hieß es nach dem ersten Viertel. „Am Anfang waren wir nervös“, gestand Wysocki.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts fanden die Oldenburger aber zu ihrem Rhythmus. Mehr und mehr profitierten sie von ihrer guten Verteidigung und brachten die Bonner in Probleme. In der zweiten Hälfte waren die Fronten dann schnell geklärt – das 54:35 (25. Minute) hatte vorentscheidenden Charakter. Nach dem 75:55 (36.) schalteten die Hausherren einen Gang zurück. „Es war ein verdienter Sieg“, sagte Machowski und bedankte sich bei den Fans: „Sie haben uns grandios unterstützt und für eine tolle Atmosphäre gesorgt.“
Einziger Wermutstropfen: Julius Jenkins knickte in der ersten Halbzeit um und kam danach nicht mehr zum Einsatz. Wie schwer die Verletzung ist, war am Sonntag noch nicht bekannt.
