Oldenburg - Spiele gegen Bayern München üben immer einen speziellen Reiz aus, dafür sorgt schon allein der klangvolle Name der Süddeutschen. Da bildet auch die Partie der EWE Baskets Oldenburg in München an diesem Sonntag (15 Uhr/Sport 1) keine Ausnahme. Doch das bevorstehende Gastspiel beim Spitzenreiter nimmt auch aus einem anderen Grund einen besonderen Stellenwert ein – es ist zugleich das 500. Bundesligaspiel der Oldenburger Basketballer.

Die über 13-jährige Erstliga-Historie begann an einem Freitagabend im Herbst. Am 6. Oktober 2000 setzte es in Trier eine 82:108-Niederlage für den Aufsteiger, der das Abenteuer Bundesliga noch als Oldenburger TB in Angriff nahm. Obwohl zwei Tage später auch die Heimspiel-Premiere gegen den BCJ Hamburg (81:91 vor 1400 Zuschauern in der Haareneschhalle) in die Hose ging, reichte es für das Team um Pavel Becka und Kapitän Andre Bade am Ende der Saison zum Klassenerhalt.

Danach löste sich die Profimannschaft aus dem Verein OTB und nahm den Namen des Sponsors an – mit Beginn der Saison 2001/2002 liefen die Oldenburger zum ersten Mal als EWE Baskets auf. Unter dem neuen Namen verpasste das Team auf sportlichem Wege den Klassenerhalt, musste aber dennoch nicht in die zweite Liga absteigen. Oldenburg profitierte vom Punktabzug für Tübingen, das in der Abstiegsrunde einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte.

Im Sommer 2002 übernahm Trainer Don Beck das Ruder und führte die Oldenburger auf Anhieb zu ihrer ersten Playoff-Teilnahme. Dort war aber im Viertelfinale gegen Braunschweig Endstation. Über die Runde der letzten Acht kamen die Baskets auch in den folgenden drei Jahren nicht hinaus.

In der Saison 2006/07 verpassten die Oldenburger die Meisterrunde und trennten sich von Coach Beck. Neuer Trainer wurde Predrag Krunic. Mit dem Bosnier erreichten die Baskets in der Folgesaison erstmals das Halbfinale, 2009 folgte mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft der bis heute größte Erfolg in der Clubgeschichte.

Drei Jahre später, im Frühjahr 2012, war für Krunic Schluss. Der vom Assistenz- zum Interimstrainer beförderte Ralph Held schaffte es allerdings auch nicht mehr, das Team in die Playoffs zu führen – neuer Chefcoach wurde der aus Braunschweig geholte Sebastian Machowski.

Und mit Machowski kehrte der Erfolg zurück: Nach der überraschenden Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison machen die Baskets auch in der laufenden Spielzeit als derzeit Vierter positiv von sich reden. Zuletzt ließen Siege gegen Bayern und zweimal gegen Ulm aufhorchen – ein Coup in München an diesem Sonntag würde sich da gut einreihen . . .