Oldenburg - Bei seinem bislang letzten Auftritt in Oldenburg war Svetislav Pesic sogar Gastgeber. Als Trainer der deutschen Basketball-Nationalmannschaft führte er jene am 11. September 2012 zu einem 81:68-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Gäste aus Aserbaidschan. 2227 Zuschauer sorgten für eine gut gefüllte EWE-Arena, nach einem Sommer ohne Basketball war die Sehnsucht der Fans groß. Da spielte es keine Rolle, dass die Partie gegen Aserbaidschan keinen sportlichen Wert mehr besaß, für die EM 2013 in Slowenien (4. bis 22. September) war die deutsche Mannschaft schon vor der Partie qualifiziert gewesen.

Das ganz große Spektakel bekam das Publikum nicht zu sehen, was Pesic zu einer Art Entschuldigung veranlasste: „Es tut mir für die Zuschauer leid, dass wir nicht ganz so gespielt haben, wie wir es uns vorgenommen hatten“, erklärte der damalige Bundestrainer nach dem Pflichtsieg.

An diesem Mittwoch (20 Uhr) kommt Pesic erneut in die Oldenburger Arena, und dieses Mal wird er als Trainer des Bundesligisten Bayern München auf die Befindlichkeiten des Publikums keine Rücksicht nehmen. Und im Gegensatz zur Aserbaidschan-Partie wird es auch keine freien Plätze geben, die Partie des Tabellenzweiten EWE Baskets Oldenburg gegen den Vierten aus München ist mit 3148 Besuchern ausverkauft.

Daran, dass der 63-jährige Serbe inzwischen den FC Bayern betreut, haben auch die Oldenburger indirekt mitgewirkt. Denn nachdem sich die ambitionierten Münchner kurz vor dem ersten Spieltag von ihrem Trainer Dirk Bauermann getrennt hatten, saß bei der Auftaktpartie am 3. Oktober 2012 gegen die Baskets der vorherige Bauermann-Assistent Yannis Christopoulos als Chef auf der Bayern-Bank.

Nach dem klaren 80:61-Sieg der Oldenburger in München kam Christopoulos in den folgenden Wochen mit seinem Team überhaupt nicht in die Spur, die Folge war die Verpflichtung von Pesic Ende November. Letzterer hatte seinen Vertrag mit dem Deutschen Basketball-Bund nach der erfolgreichen EM-Qualifikation nicht verlängert und stattdessen auf die Rückkehr auf die Vereinsebene spekuliert. Seine Arbeit in München wird anerkannt, der zunächst bis Saisonende laufende Vertrag wurde jüngst bis 2015 verlängert. Dazu gab es von Vereinspräsident Uli Hoeneß ein Sonderlob: „Er macht den Unterschied“, sagte der 61-Jährige über Pesic. Der spielte den Ball zurück: „Ich werde alle meine Kräfte einsetzen, um mit dieser Mannschaft sportliche Akzente zu setzen.“

Für die Baskets um Trainer Sebastian Machowski gilt es gegen den FC Bayern, mit einem Sieg Rang zwei zu sichern – und Abschied von der alten Arena zu nehmen. Denn das nächste Heimspiel nach der Bayern-Partie bestreiten die Oldenburger am Sonnabend, 20. April (20 Uhr), gegen Bonn in der neuen, 6000 Zuschauer fassenden Arena, die direkt neben der aktuellen Spielstätte liegt. Zur Erinnerung: Am 13. Oktober 2005 hatten die Baskets erstmals ein Bundesligaspiel in der Arena bestritten, damals gab es unter Trainer Don Beck ein 90:73 gegen TBB Trier.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)