FRANKFURT - Manchmal sind es Bruchteile einer Sekunde, die ein Basketballspiel entscheiden. Im zweiten Spiel des Playoff-Viertelfinales zwischen den Skyliners Frankfurt und den EWE Baskets Oldenburg war es am Sonntag der berühmte Bruchteil, der entschied. Keith Simmons fand 0,8 Sekunden vor dem Ende die Lücke unter dem Oldenburger Korb und traf vor 4840 Zuschauern in der nicht ausverkauften Ballsporthalle zum 79:77 (44:32)-Erfolg für die Gastgeber.
Diese glichen in der Gesamtserie, in der drei Siege zum Weiterkommen nötig sind, zum 1:1 aus. „Es war ein verdienter Erfolg der Frankfurter“, sagte Baskets-Trainer Predrag Krunic. Das dritte Duell findet an diesem Sonntag (19.30 Uhr/EWE-Arena) in Oldenburg statt.
Unmittelbar vor der Pause hatte Krunic für einen Weckruf bei seinen Spieler gesorgt, als er sich heftig über eine Schiedsrichterentscheidung erregte, ein technisches Foul bekam und fünf Frankfurter Punkte in Folge in Kauf nahm. 44:32 führten die Gastgeber deshalb zum Wechsel.
Krunic hatte mit dieser Aktion sein Ziel erreicht, denn nach dem Wechsel begannen die Baskets, auch in der Offensive guten Basketball zu spielen. Jason Gardner kam ebenso ins Rollen wie Rickey Paulding. Flexibel, schnell und druckvoll agierten die Oldenburger jetzt. Kurz vor dem Ende des dritten Viertels hatten sie den Anschluss gefunden (56:57), wenig später lagen sie in Führung (62:60).
Die Chance, dieses Match für sich zu entscheiden, hatten die Gäste, als sie 70:66 führten. Dann aber verpasste ein Dreier hauchdünn das Ziel. Frankfurt kam wieder auf – und das in Person von Kapitän Pascal Roller, der mit zwei Dreiern (72:72) ausglich. Der Rest war eine Sache der Nerven und des Glücks: Davon hatten am Sonntag die Skyliners etwas mehr.
Dass die Gastgeber zur Pause so deutlich führen würden, war anfangs nicht abzusehen gewesen. Die Oldenburger standen im ersten Viertel sehr gut in der Defensive, hatten aber im Abschluss einige Schwächen – selbst wenn sie am Ende des Viertels noch 14:13 geführt hatten. 29 Prozent ihrer Würfe fanden das Ziel. Zudem nahmen die Gastgeber Gardner und Paulding, die in der ersten Halbzeit gemeinsam nur sieben Punkte erzielt hatten, aus dem Spiel.
Nach 14 Minuten hatten die Skyliners den Anschluss geschafft. Nach 16 Minuten übernahmen sie, angeführt von Roller (26:24), zum ersten Mal die Führung, die sie im weiteren Verlauf dieses Abschnitts kontinuierlich ausbauten. Zum einen, weil sie in der Offensive gut und treffsicher agierten; zum anderen, weil die Oldenburger ihre Linie verloren hatten und kein Mittel fanden, um im Angriff zu leichten Punkten zu kommen. Im Gegenteil: Nach dem technischen Foul sah alles nach einer klaren Niederlage aus. Dann kamen die Baskets – es reichte aber nicht mehr.
