FRANKFURT/MAIN - Titelverteidiger Alba Berlin hat Platz eins in der Basketball-Bundesliga abgehakt und muss nach der Blamage von Braunschweig aufpassen, in der Tabelle nicht noch mehr an Boden zu verlieren. „Es bringt momentan nichts, nach oben zu schielen. Wir müssen schauen, dass wir Platz zwei sichern“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nach dem peinlichen 64:65 in Braunschweig. Dem starken Mann an der Spree war die Osterfeierlaune nach der bereits sechsten Saisonpleite gründlich vergangen, zumal sich Spitzenreiter EWE Baskets Oldenburg beim knappen 98:96 in Düsseldorf keine Blöße gab.

„Wir müssen schauen, dass wir Platz zwei sichern, unsere Hausaufgaben machen und sehen, was dann am Ende dabei rauskommt“, sagte Baldi, der mit Alba bereits den heißen Atem des Tabellendritten BG Göttingen im Nacken spürt. Die Südniedersachsen siegten am Sonnabend im Verfolgerduell gegen Ulm 70:62 und sind jetzt punktgleich mit den Berlinern. „Der Schlüssel waren unsere 16 Steals und 31 erzwungenen Ballverluste“, lobte Göttingens Trainer John Patrick die starke Abwehrleistung seines Teams. Die Ulmer, für die es die dritte Pleite im vierten Spiel war, fielen in der Tabelle hinter Frankfurt auf Rang sechs zurück.

Die Skyliners Frankfurt gewannen ihr Auswärtsspiel bei den Tigers Tübingen überzeugend mit 72:59 und fügten den Playoff-Hoffnungen der Tübinger einen herben Dämpfer zu.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die heute hier ein ganz starkes Spiel gezeigt hat“, sagte Frankfurts Trainer Murat Didin, in dessen Auswahl Keith Simmons mit 25 Punkten überragte. Die Hessen können nach dem dritten Sieg in Serie sogar noch auf Rang vier und damit das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde hoffen. Die Skyliners liegen nur zwei Pluspunkte hinter den Baskets Bonn, die in Nördlingen knapp mit 67:65 die Oberhand behielten und damit ihre Negativserie von drei Auswärtsniederlagen nacheinander beendeten. Johannes Strasser machte den Erfolg mit zwei verwandelten Freiwürfen kurz vor Schluss klar.

An Dramatik zugenommen hat auch der Kampf um die letzten beiden Plätze für die K.o.-Runde. Die Artland Dragons Quakenbrück gewannen das direkte Duell bei den Baskets Bamberg 78:63 und können nach einer eigentlich bereits verkorksten Saison doch noch auf die Playoffs hoffen. „Ich bin sehr glücklich. Im letzten Viertel haben wir offensiv wie defensiv wirklich hervorragend gespielt“, sagte Artland-Coach Thorsten Leibenath nach dem Sieg gegen seinen Vorgänger Chris Fleming. Zur Pause lag Quakenbrück noch 31:36 zurück, um sich dann nach dem Wechsel zu steigern. Überragend agierte die Mannschaft im letzten Viertel, das sie 27:10 für sich entschied. Beste Werfer der Quakenbrücker waren Ross (22) Bailey (15) und McIntosh (14). Das Team liegt jetzt nur noch zwei Punkte von einem Playoff-Platz entfernt.

Auch die EnBW Ludwigsburg ist nach dem hart umkämpften 88:82 gegen Schlusslicht Eisbären Bremerhaven weiter im Rennen um Platz acht. Die Mannschaft von der Küste, bei der Watson (20) und Lipke (18) beste Werfer waren, steht damit so gut wie als Absteiger aus dem Oberhaus fest, denn der Rückstand von acht Punkten zum Nichtabstiegsplatz ist in sechs Spielen kaum noch wettzumachen.