Frankfurt - Er ist der Dauerläufer der Basketball-Bundesliga, doch im entscheidenden Moment versagten ihm am Sonntagnachmittag die Nerven. Als Quantez Robertson, der im Schnitt mehr als 37 Minuten auf dem Parkett steht, drei Sekunden vor dem Ende der Partie gegen die EWE Baskets Oldenburg für seine Frankfurt Skyliners an die Freiwurflinie trat, hatte er den Sieg für den Außenseiter in der Hand. Beide Versuche setzte er an den Ring – die knappe 64:63-Führung für die Gäste hatte weiterhin Bestand und Oldenburgs Kapitän Rickey Paulding traf per Freiwurf nur noch zum 65:63-Endstand.
Beim vierten Sieg in Serie verbreiteten die Baskets wie schon in den vergangenen Wochen keinen spielerischen Glanz, bewiesen aber wieder einmal enormen Kampfgeist. Das Team von Trainer Sebastian Machowski kam nur schwerlich in die Begegnung, die starke Verteidigung der Frankfurter trug einen großen Teil dazu bei. Nach dem ersten Viertel lagen die Oldenburger 10:19 hinten.
Und es dauerte weitere fünf Minuten, ehe die Gäste in Fahrt kamen. Beim 12:27-Rückstand erzielte Ronnie Burrell, mit 20 Zählern bester Werfer des Spiels, fünf Punkte in Folge (17. Minute). Neben dem US-Amerikaner bestach in dieser Phase Robin Smeulders, der in der Defensive beherzt zu Werke ging und den Gegner ein ums andere Mal am Korberfolg hinderte. Smeulders kam in 23 Minuten auf sieben Rebounds und sechs Punkte. Dass der Frankfurter Vorsprung zur Halbzeit geschmolzen war, lag vor allem an Burrell, der mit seinen Punkten acht bis 13 auf 26:27 verkürzte (19./20.).
Erstmalig in Führung gingen die Oldenburger durch einen Dreier von Paulding unmittelbar nach Wiederbeginn. (29:27). In der Folge war es die „mannschaftliche Geschlossenheit“ (Machowski) der Baskets, die den Tabellenzweiten noch in diesem Viertel auf neun Punkte davonziehen ließ (30.).
Gelaufen war die Partie jedoch längst nicht: Die Aufholjagd der Hessen, die auf die Unterstützung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Ex-Basketball-Nationalspieler Pascal Roller setzen konnten, begann in der 34. Minute. Das Team von Coach Muli Katzurin ging zwar nicht mehr in Führung, glich aber noch einmal aus (60:60; 38.) und hatte schließlich durch Dauerläufer Robertson die große Chance, den nächsten Sieg im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren – das Ende vom Lied ist bekannt.
„Das ist eigentlich genau die Situation, die sich ein Spieler wünscht“, sagte der langjährige Frankfurter Roller nach dem Spiel: „Aber das passiert im Basketball.“
