GIEßEN - Das erste Viertel verschliefen die Baskets. Im Heimspiel gegen Ludwigsburg muss Sonnabend ein Sieg her.

Von Wolfgang Lehmann

und Hauke Richters

GIEßEN - Es passiert nicht oft, dass ein Übungsleiter eine Antwort schuldig bleibt. Don Beck, Trainer des Basketball-Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg, sorgte am Sonnabend nach der 89:93 (48:58)-Niederlage seines Teams bei den Gießen 46ers für einen dieser seltenen Momente. Auf die Frage, warum sein Team nach verschlafenem Start, toller Aufholjagd und zwischenzeitlicher Führung das hochklassige Spiel in der mit 3150 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Ost noch aus der Hand gegeben habe, antwortete der Amerikaner schlicht: „Keine Ahnung!“

Dabei war natürlich auch ihm nicht verborgen geblieben, dass seine wieder erstarkte Mannschaft zunächst überhaupt nicht mit dem Druck und der Aggressivität des Gießener Teams zurecht kam. Der am Ende überragende Tyron McCoy (30 Punkte) brachte zunächst gegen den Slowaken Anton Gavel (25) kein Bein auf den Boden. Und ehe sich die Baskets versahen, war Gießen schon auf 13:2 (4.) enteilt.

„Wir haben nicht ins Spiel gefunden, weil die Mannschaft durch die Niederlagen in den vergangenen Wochen unsicher war“, sagte Co-Trainer Ralph Held. „Trotz der Niederlage sehe ich die Partie aber positiv, das Team hat sich weiterentwickelt.“

Spätestens im zweiten Viertel gab es dann für McCoy an seiner früheren Wirkungsstätte kein Halten mehr. Der Ex-Gießener traf aus allen Ecken und war beinahe im Alleingang dafür verantwortlich, dass sich der Rückstand nicht noch vergrößerte. Nach der Halbzeitpause legten dann auch Kristaps Valters und Bill Edwards zu. Und als auch noch Bogdan Popescu von weit draußen traf, war das Beck-Team (65:65/ 26.) gleichauf. McCoy sorgte im nächsten Angriff für die erste Führung (67:66), dann allerdings war bei den Gießenern der Siegeswille größer als bei den Baskets. Erst blockte Campbell Valters bei einem Dreier, dann vernaschte Eidson die Oldenburger Defensive zum 91:86. Und schließlich ließ sich Gavel seine Freiwurfchancen nicht mehr nehmen.

Durch die siebte Niederlage in acht Spielen sackten die Oldenburger vom fünften auf den sechsten Rang ab. Nach derzeitigem Stand wären die drittplatzierten Kölner Gegner in den Playoffs. Um diese sicher zu erreichen, benötigen die Baskets am Sonnabend unbedingt einen Heimsieg gegen Ludwigsburg (20 Uhr/EWE-Arena), um das Abrutschen auf Platz neun auch theoretisch auszuschließen.