Oldenburg - Beim Spiel der EWE Baskets Oldenburg bei den Gießen 46ers an diesem Dienstag (19 Uhr) geht eine Ära zu Ende. Die Gastgeber sind die einzige Mannschaft, die seit der Gründung der Basketball-Bundesliga im Jahr 1966 ununterbrochen dem Oberhaus angehört. Auch wenn der Abstieg der Hessen in die 2. Liga seit einigen Wochen feststeht und sich die Gießener damit abgefunden haben, werden rund um das letzte Saisonspiel gegen Oldenburg in der Halle Ost wohl jede Menge Emotionen freigesetzt.
„Es ist gut, dass es zum Abschluss noch einmal gegen einen hochkarätigen Gegner geht“, sagt 46ers-Trainer Mathias Fischer: „Wir wollen uns mit einem möglichst guten Spiel verabschieden.“
Die zweitplatzierten Oldenburger gehen als haushoher Favorit in die Partie beim Tabellen-Schlusslicht. Die Gießener haben die vergangenen 19 Spiele verloren. Nachdem die Geschäftsführung Ende 2012 einen Insolvenzantrag gestellt hatte (dieser wurde inzwischen wieder zurückgezogen), haben nahezu alle Leistungsträger das Team verlassen. Dazu zählt auch der Ex-Oldenburger Jasmin Perkovic, der in Gießen aber ohnehin nur einen Vertrag für einige Wochen erhalten hatte. Im Kader stehen nun viele junge deutsche Spieler, die in der Bundesliga allerdings nicht mithalten können. Von den Routiniers geblieben ist dagegen Elvir Ovcina (36), der einst auch in Oldenburg aktiv war.
Die Baskets würden mit einem Erfolg die Hauptrunde definitiv als Zweiter abschließen und somit in der ersten Playoff-Runde auf den Siebten (derzeit Bonn) treffen. Zudem würden die Oldenburger einen Rekord einstellen. Denn aus den bisherigen 33 Saisonspielen stehen 24 Siege und neun Niederlagen zu Buche. So wenige Partien verloren die Baskets nur in den Spielzeiten 2003/04 (damals zählte die Liga nur 15 Teams), 2008/09 und 2009/10 (bei jeweils 18 Mannschaften).
Welche Bedeutung Gießen im deutschen Basketball über Jahre und Jahrzehnte erlangt hat, verdeutlicht ein Blick auf die Liste ehemaliger Spieler. So waren die einstigen deutschen Auswahlakteure Henning Harnisch und Michael Koch schon für den fünfmaligen Meister aktiv. In der laufenden Saison haben unter anderem die Spitzenkräfte Heiko Schaffartzik (Alba Berlin) und Anton Gavel (Baskets Bamberg) eine Gießener Vergangenheit. Aus dem aktuellen Oldenburger Kader spielten einst Adam Chubb und Jannik Freese für die 46ers.
Trotz der klaren Ausgangslage warnt der Assistenztrainer der Baskets, Ralph Held, davor, die Gießener zu unterschätzen: „Das wäre fatal! Die Halle wird sicherlich voll sein. Die Spieler werden alles geben, um eine gute Partie zu spielen.“
Bei den Oldenburgern ist der Einsatz von Julius Jenkins unwahrscheinlich. Er war am Sonnabend beim 84:74-Sieg in der neuen Arena gegen Bonn umgeknickt.
