Varese/Oldenburg - Die Aussicht auf den bald beginnenden Dezember dürfte bei den EWE Baskets Oldenburg den einen oder anderen erleichterten Seufzer hervorrufen. Die ständigen Reisen im November verlangten der Mannschaft einiges ab, gefühlt verbrachten die Bundesliga-Basketballer mehr Zeit im Flugzeug und im Bus als in der Trainingshalle.
Mit der Champions-League-Partie beim italienischen Vertreter Pallacanestro Varese an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) endet für die Baskets ein Monat mit insgesamt sieben Auswärtspartien und ohne ein einziges Bundesliga-Heimspiel, ehe der Dezember mit gleich drei Spielen in Folge vor heimischer Kulisse beginnt.
Beim vorerst letzten Auftritt in der Ferne wollen die Oldenburger in Varese ihren Aufwärtstrend fortsetzen und einen weiteren Schritt in Richtung nächste Runde der Champions League machen. Bei den zurückliegenden Siegen gegen Saloniki und in Frankfurt lief zwar spielerisch längst noch nicht alles rund, die hart erkämpften Erfolge haben das Selbstvertrauen jedoch wachsen lassen.
An diesem Mittwoch gastiert das Team von Trainer Mladen Drijencic bei einem klangvollen Namen des italienischen Basketballs, dessen größte Zeit allerdings schon lange zurückliegt. 1999 feierte der zehnmalige italienische Meister seinen bis heute letzten Titel in der Serie A, auf den er in den 1960er und 1970er Jahren beinahe ein Abo hatte. Zwischen 1970 und 1976 gewannen die Lombarden zudem fünfmal den Europapokal der Landesmeister, den damals bedeutensten Club-Wettbewerb im europäischen Basketball.
Von dieser glorreichen Vergangenheit ist Varese aktuell aber ziemlich weit entfernt. In der 16 Teams umfassenden italienischen Liga rangiert die Mannschaft derzeit nur auf Platz 13, am vergangenen Wochenende gab es eine 71:76-Niederlage bei Betaland Orlandina.
Auch in der Champions League läuft es nicht für den italienischen Traditionsverein: Während die Oldenburger vor dem letzten Hinrundenspieltag aussichtsreich auf Platz drei rangieren, belegt Varese mit nur einem Sieg aus sechs Partien den letzten Platz. Nach dem 83:82-Auftakterfolg gegen Frankreichs Meister Lyon setzte es für die Italiener ausnahmslos Niederlagen – zuletzt gab es eine deftige 64:87-Schlappe gegen Usak Sportif (Türkei).
Gefährlichster Akteur bei Varese ist Christian Eyenga, der Kongolese kommt in der Champions League auf einen Punkteschnitt von 14,9 Punkten pro Spiel.
