Oldenburg - Die spektakulären Momente überlässt er lieber anderen. Während ein Vaughn Duggins oder Klemen Prepelic die Fans der EWE Baskets Oldenburg mit ihren Aktionen regelmäßig von den Sitzen reißen, verrichtet Brian Qvale seinen Job beim Basketball-Bundesligisten eher unauffällig. Dafür aber mit ungemeiner Sorgfalt: Der Center ist mit 14,8 Punkten pro Spiel gemeinsam mit Duggins bester Werfer der Baskets und so etwas wie der heimliche Star im Team des Tabellendritten, der an diesem Montag (17 Uhr/Sport 1) bei den Löwen Braunschweig gastiert.
Der frühere Baskets-Profi Daniel Strauch bezeichnet Qvale als „Schlüsselverpflichtung“ der Oldenburger. „Er bringt einfach alles mit“, sagt Strauch über den US-Amerikaner, den die Baskets in der Sommerpause vom türkischen Club Tofas Bursa nach Norddeutschland lockten. Qvale, der zuvor bereits für Bayreuth in der Bundesliga gespielt und anschließend vergeblich den Sprung in die nordamerikanische Profiliga NBA versucht hatte, zeichnet vor allem seine große Spielintelligenz aus. Ob in der Verteidigung oder im Angriff – was der 27-Jährige auch macht, es hat zumeist Hand und Fuß. Der 2,10 Meter große und 115 Kilogramm schwere Qvale vereint Kraft und Beweglichkeit und ist damit in seinem Revier unter dem Korb kaum zu stoppen.
„Ich spreche ungern öffentlich über die Bedeutung einzelner Spieler“, sagt Trainer Mladen Drijencic, um dann ein verklausuliertes Lob auszusprechen: „Jeder Spieler hat auf dem Feld eine bestimmte Rolle. Zu Brians Aufgaben zählt es, gute Blöcke zu stellen und den Korb zu attackieren. Dies macht er bisher perfekt.“
In Braunschweig erwartet Qvale eine besondere Herausforderung, denn in Kenneth Frease bieten die Löwen einen wahren Koloss auf der Center-Position auf. Bei einer Größe von 2,11 Meter bringt Frease 129 Kilogramm auf die Waage. „Es wird wichtig sein, dass Brian es schafft, Frease zu kontrollieren“, sagt Drijencic und setzt dabei auf den Schnelligkeitsvorteil seines Schützlings: „Brian ist flotter auf den Beinen, das müssen wir ausnutzen.“
