Jena - Als es endlich vollbracht war, pustete Mladen Drijencic ganz tief durch. Die Erleichterung stand dem Trainer der EWE Baskets Oldenburg ins Gesicht geschrieben, nachdem seine Mannschaft am Sonntagnachmittag bei Science City Jena gerade noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen war. Bei Oldenburgs 83:80 (46:34)-Erfolg hätte Jenas Altstar Julius Jenkins seinem ehemaligen Club beinahe eine unangenehme Extraschicht in Form einer Verlängerung beschert, doch der 38-Jährige setzte in der letzten Aktion des Spiels seinen Dreipunkteversuch auf den Ring und verpasste somit den Ausgleich für die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren. Jenkins war mit 26 Punkten bester Werfer der Thüringer, bei den Baskets erzielten Will Cummings (22) und Rickey Paulding (20) die meisten Zähler.

„Ich bin glücklich, dass wir diesen Sieg nach Hause geschaukelt haben und zwei Punkte mitnehmen“, meinte Drijencic und nannte in seiner Analyse drei Gründe, warum sich der Tabellenzweite zwei Wochen nach dem euphorisch bejubelten Sieg über Spitzenreiter Bayern München so schwer bei der Rückkehr in den Alltag der Basketball-Bundesliga (BBL) getan hatte. „Wir haben heute gegen drei Sachen gekämpft“, sagte der Baskets-Coach und zählte auf: „Die erste Sache ist der Termin um 15 Uhr. Ich nenne ihn Kaffeetermin. Das passt nicht. Dann hatten wir nach der Länderspielpause heute unser erstes Spiel zu absolvieren und wenn man vergleicht, wie wir gegen München gespielt haben, war da ein großer Unterschied. Der dritte Faktor war ein sehr starkes Heimteam.“

Jenas Coach Björn Harmsen haderte indes mit der Spielansetzung und übte scharfe Kritik an der BBL. „Der Termin war für uns eine Katastrophe“, sagte Harmsen mit Blick darauf, dass sein Team nicht einmal 48 Stunden nach der Niederlage am Freitagabend in Bayreuth schon wieder aufs Parkett musste. Man habe sich nur „eine Stunde“ auf das Oldenburg-Spiel vorbereiten können, schimpfte Harmsen und sprach von „Wettbewerbsverzerrung“. Jenas Trainer ärgerte sich auch darüber, dass er gegen die Baskets auf Mauricio Marin und Reggie Williams verzichten musste, weil die sich am Freitag in Bayreuth verletzt hatten.

Umso beeindruckender war, wie die abstiegsgefährdeten Jenaer dem Favoriten aus Oldenburg Paroli boten. Vor 2460 Zuschauern lagen die Baskets nach einem starken Start (13:4/4. Minute) zwar über die gesamte Spielzeit in Front, konnten sich aber nie entscheidend absetzen. Auch nachdem Rickey Paulding in der 25. Minute für die höchste Gäste-Führung gesorgt hatte (56:42), ließen die Oldenburger die Gastgeber zurück ins Spiel kommen.

Im Schlussabschnitt wurde es immer enger für die Baskets, die aber letztlich mit ihrem 17. Saisonsieg ihre Position als erster Verfolger der Bayern festigten. Am kommenden Sonntag (18 Uhr) steht im Spitzenspiel bei Alba Berlin die nächste Bewährungsprobe bevor.