München/Oldenburg - Die Geschichte ist einfach zu schön, um sie nicht noch zum zigsten Mal zu bringen. Und so war kürzlich auch in diversen Münchner Tageszeitungen zu lesen, wie Dru Joyce als Teenager mit dem heutigen NBA-Megastar Lebron James als Teil eines legendären Highschool-Teams ein Stück Basketball-Geschichte in den USA schrieb.

Joyce, erst vor fünf Wochen von Bayern München verpflichtet, und James sind noch immer dicke Kumpels. Als Joyce vor fünf Jahren heiratete, war der Ausnahmespieler der Cleveland Cavaliers sogar einer der Trauzeugen. In diesem Sommer könnte James erneut Anlass haben, seinem Freund zu gratulieren – falls es Joyce schafft, die Basketballer des FC Bayern zur deutschen Meisterschaft zu führen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Die Münchner sind mit 14 Siegen in Folge die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga.

Für den 32-Jährigen wäre es der erste Titel seiner Profikarriere, in der er schon für insgesamt acht verschiedene Clubs auflief. Am dichtesten dran war Joyce noch mit den EWE Baskets Oldenburg, die er mit seinem neuen Arbeitgeber an diesem Samstag (20.30 Uhr) in München empfängt. 2013 wurde der Aufbauspieler Vizemeister mit den Baskets, ein Jahr später scheiterten Joyce und Oldenburg im Playoff-Halbfinale erst nach fünf heiß umkämpften Spielen an den Bayern.

Nachdem sein Vertrag bei den Baskets nach der Saison 2013/14 nicht verlängert worden war, durften sich zwei andere Bundesligisten an den Passqualitäten des US-Amerikaners erfreuen. Nach jeweils einjährigen Gastspielen in Braunschweig und Würzburg wagte Joyce zu Beginn dieser Saison den Wechsel nach Weißrussland. Doch obwohl er beim dortigen Serienmeister BC Minsk eine feste Größe war, musste Joyce nicht lange überlegen, als Mitte März die Anfrage aus München kam. „Er hat gesagt, dass er für die Chance hierher laufen würde“, sagte Bayerns Sportdirektor Marko Pesic.

Der Tabellendritte erhofft sich vom Routinier jene Ruhe und Übersicht im Spielaufbau, die der etatmäßige Point Guard Nick Johnson in dieser Saison zu oft vermissen ließ. Münchens Trainer Sasa Djordjevic integriert den Zugang behutsam ins Team. Dass Joyce nichts von seiner Klasse eingebüßt hat, war kürzlich beim Sieg der Bayern in Ulm zu sehen. Gegen den Spitzenreiter sorgte er mit seinen Anspielen und Punkten in der Schlussphase für die Entscheidung.