KöLN - Herausforderungen ist Sasa Obradovic gewohnt. Viele hat der 38-jährige Serbe in seiner Karriere als Spieler und Trainer angenommen – und in der Mehrzahl gemeistert: Als Nationalspieler war er Europa- und Weltmeister und in den Clubs Meister und Pokalsieger.

Auch als Trainer setzte er die Erfolgsgeschichte nahtlos fort und gewann 2006 die Meisterschaft und 2007 den Pokal mit Köln. In dieser Spielzeit steht er vor einer besonderen Aufgabe, denn nach dem Ausstieg des Namenssponsors müssen die Köln 99ers, an diesem Sonnabend (18.30 Uhr/Energy Dome) Gastgeber der EWE Baskets Oldenburg, die Ansprüche etwas herunter schrauben. Trotz schwachen Saisonstarts sind sich die Experten einig: Auch diese Herausforderung wird Obradovic mit hohem Engagement bewältigen.

Im Sommer blieb nicht mehr viel übrig von einer Mannschaft, die in Hamburg den Pokalsieg eingefahren hatte und ins Playoff-Halbfinale vorgestoßen war. Angebote finanzstärkerer Vereine zeugen von der Qualität Kölns als guter Ausbildungs-club. Marcin Gortat zog es direkt in die NBA, wo er bis November für Orlando Magic punktete. Diese Richtung wollte Devin Green einschlagen, er blieb allerdings ebenfalls nicht im Kader der Miami Heat und wartet nun wie Gortat in der D-League auf den Rückruf in die NBA.

Aus dem Vorjahr behielten die Kölner schließlich nur Immanuel McElroy und Aleksandar Nadjefeji. Letztgenannter hatte sich eigentlich auch schon wechselwillig gezeigt, entschied sich nach ausbleibenden Angeboten aber zum Weitermachen.

Der Spieler mit dem klangvollsten Namen unter den Neuen war Ex-Nationalspieler Misan Nikagbatse. Die Führungsrolle, die ihm zugedacht war, lässt sich zumindest aus den bisherigen Statistiken nur bedingt herauslesen (im Schnitt kommt er auf 8,1 Punkte und 2,8 Vorlagen). Angesichts von 2:10-Startpunkten in der Liga haben die Kölner im routinierten Toby Bailey (15,3 Punkte) und NBA-Draft Derrick Byars bereits zwei US-Amerikaner nach verpflichtet.