Oldenburg - Erschütterungen werden die Zuschauer in der großen Arena am Samstagabend wohl nicht zu spüren bekommen. Wenn allerdings die beiden Center-Kolosse Brian Qvale (28) und Jack Cooley (26) unter dem Korb aufeinanderprallen, ist einiges an Masse und Kraft im Spiel. Das Duell zwischen den EWE Baskets Oldenburg und den Riesen Ludwigsburg an diesem Samstag (20.30 Uhr, große EWE-Arena) wird zugleich zu einem Kräftemessen zwei der dominantesten Innenspieler der Basketball-Bundesliga werden.

Auf den Centerpositionen laufen naturgemäß die größten Akteure auf. Neben ihren körperlichen Vorzügen haben die massigen Qvale (2,10 Meter/115 Kilogram) und Cooley (2,06/112) allerdings auch einiges an spielerischer Klasse zu bieten – und sind sich dabei ziemlich ähnlich. Auch wenn der Ludwigsburger „Riese“ (19:13 Minuten pro Spiel) etwas weniger Einsatzzeiten erhält als sein Oldenburger Pendant (26:17), ähneln sich die Statistiken der beiden Kraftprotze.

Ihre durchschnittlich 15,6 (Qvale) und 13,0 Punkte (Cooley) erzielen die US-Amerikaner mit herausragenden Quoten. Beide treffen um die 60 Prozent ihrer Wurfversuche – was auch damit zusammenhängt, dass sie von ihren Teamkollegen immer wieder unter dem Korb gesucht werden, wo sie hauptsächlich mit ihrer feinen Technik bei den Hakenwürfen erfolgreich sind. Vorteile hat hier allerdings Qvale, der zudem über einen grundsoliden Wurf aus der Mitteldistanz verfügt und wohl der beste Spieler der Liga ist, wenn es ums Blocken und Abrollen (Pick and Roll) geht.

Die größte Stärke von Coo-ley ist es dagegen, sich nach Würfen seiner Mitspieler eine gute Position unter dem Korb zu verschaffen und Fehlversuche einzusammeln. Seine 3,4 Offensivrebounds pro Spiel belegen dies eindrucksvoll. Hier wird Qvales Einsatz gefragt sein, seinen Gegenspieler aus der Zone herauszuhalten. Ansonsten gleichen sich die Werte des Oldenburgers (6,5 Rebounds pro Spiel) und von Cooley (7,2) fast.

Dass der Ludwigsburger mehr Pausen erhält als Qvale, hängt auch mit dem kraftraubenden Spielstil der Baden-Württemberger zusammen, die oft sogar ohne gelernten Innenspieler agieren. Zudem hat Cooley aufgrund seines körperlichen Spiels häufig mit Foulproblemen zu kämpfen.

In der Partie am Samstagabend geht es für die Teams darum, wichtige Punkte im Kampf um den Playoff-Einzug zu holen. Lediglich zwei Zähler beträgt der Abstand der punktgleichen Kontrahenten zum ersten Nicht-Playoffplatz neun, auf dem derzeit die Gießen 46ers liegen. Diese gewannen am Freitagabend mit 77:74 gegen Würzburg.

Um das Verpassen der Playoffs zu verhindern, hat sich Ludwigsburg vor zwei Wochen noch einmal immens verstärkt. In David Kennedy (27) kam die Riesen-Punktemaschine aus der Saison 2014/15 vom chinesischen Club Guangzhou Long-Lions zurück in die Barockstadt. Hinter Cooley war er bei seinen bisherigen drei Einsätzen mit 11,3 Punkten pro Spiel zweitbester Schütze des Teams – und ist damit ein weiterer Knaller im Kader der Ludwigsburger.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz