Oldenburg/Frankfurt - Weg mit dem Maulkorb: In der Basketball-Bundesliga (BBL) ist es Trainern, Spielern und Geschäftsführern künftig erlaubt, Schiedsrichter öffentlich zu kritisieren. Nach einem Bericht des Fachmagazins „Big“ hat die Ligaversammlung dies auf ihrer derzeit laufenden Tagung in Frankfurt beschlossen. Dafür ändere die BBL ihre Richtlinien für Schiedsrichter.
„Wir wollten ändern, dass sich die Trainer und Verantwortlichen nach dem Spiel auf die Lippe beißen müssen, wenn sie unzufrieden sind“, zitiert die „Big“ Jens Staudenmayer, den Sportlichen Leiter der BBL: „Die Grenze ist da, wo es ins Persönliche, Verletzende oder komplett Unsachliche geht. Das wollen wir weiterhin nicht.“
Bisher war es den Vertretern der 18 Erstligisten verboten, sich öffentlich kritisch über Schiedsrichterleistungen zu äußern. Wer sich nicht daran hielt, musste Geldstrafen bis zu 5000 Euro befürchten.
Hermann Schüller, Geschäftsführer der EWE Baskets Oldenburg, wurde im Dezember 2015 von der Liga zu einer Zahlung von 500 Euro verdonnert, nachdem er sich über die Schiedsrichter-Leistung im Spiel gegen Würzburg (75:82) in der NWZ echauffiert hatte („So etwas habe ich noch nie erlebt“).
Die Abschaffung des Maulkorbs bewertet Schüller positiv. „Es tut dem Basketball in Deutschland gut, wenn diskutiert werden darf. Davon lebt eine Sportart. Schiedsrichter sind immer ein Gesprächsthema.“ Kritik an den Unparteiischen müsse genauso erlaubt sein wie an Spielern und Trainern und dürfe nicht wie bisher nur hinter verschlossenen Türen stattfinden. „Ich bin der Meinung, dass die Schiedsrichter dies aushalten müssen – so lange es im Rahmen bleibt“, sagte der Clubchef des Vizemeisters und betonte: „Damit wird ja nicht die Leistung der Referees insgesamt infrage gestellt.“
