Oldenburg - In völlig unterschiedliche Richtungen haben sich die Teams der EWE Baskets Oldenburg und der Baskets Bamberg seit ihrem letzten Aufeinandertreffen in der Basketball-Bundesliga Ende November entwickelt. Für die Oldenburger, die den 78:73-Sieg damals als Beginn einer Erfolgsserie wähnten, ging es mit vier Siegen und fünf Niederlagen von Platz drei runter auf Rang fünf. Die Bamberger, die nach der Niederlage nur noch Fünfter waren, fingen sich nach dem Bugschuss und eilten mit neun Erfolgen in Serie bis auf den zweiten Platz. Vor dem Duell der Oldenburger in Franken an diesem Sonntag (Spielbeginn 17 Uhr/ab 17.30 Uhr live bei Sport 1) häufen sich ob der zuletzt schwachen Ergebnisse die kritischen Stimmen im Lager der Baskets aus dem Norden.

Ob diese nach der Partie gegen Bamberg verstummen, ist fraglich. Der sechsmalige deutsche Meister weist aktuell die längste Erfolgsserie aller Bundesligisten auf und scheint nach dem Ende der Ära von Trainer Chris Fleming mit dem italienischen Starcoach Andrea Trinchieri den richtigen Nachfolger gefunden zu haben. Es wird also eine schwierige Aufgabe für das angeschlagene Oldenburger Team von Trainer Sebastian Machowski. Positives liefert ein Blick in die Statistik: Das bisher letzte Auswärtsspiel in Bamberg entschieden die EWE Baskets im April 2014 mit 82:75 für sich, als das Team nach einer schwachen Hinserie in der Rückrunde aufdrehte und erst im Playoff-Halbfinale mit 2:3 am späteren Meister Bayern München scheiterte.

Einen ähnlichen Hallo-Wach-Effekt erhoffen sich die Oldenburger Verantwortlichen um Geschäftsführer Hermann Schüller nun erneut und fordern „klare Worte“ ihres Trainers an die Mannschaft. Nach der 69:88-Niederlage gegen Aufsteiger BG Göttingen am vergangenen Sonntag quittierten einige Fans die teilweise blutleere Vorstellung bereits mit Pfiffen. Aktuell scheint dem Team phasenweise der absolute Siegeswille abzugehen.

Symptomatisch für die negative Entwicklung des Baskets-Teams scheinen die Vorstellungen von Zugang Casper Ware zu sein. War der als Ersatz für Tywain McKee nachverpflichtete Point Guard beim Sieg gegen Bamberg vor zwei Monaten mit seiner Saisonbestleistung von 26 Punkten noch umjubelter Held, so scheiden sich an dem 24-jährigen US-Amerikaner inzwischen die Geister. Ware ist als geborener Scorer nicht die Ideallösung auf der Aufbauposition im System von Trainer Machowski, der auf ein teamorientiertes Offensivspiel setzt.

Aber der Spielmacher trägt gewiss nicht die alleinige Schuld an der Oldenburger Misere. Auch die Leitwölfe wie Center Adam Chubb (seit 2011 in Oldenburg) und Kapitän Rickey Paulding (seit 2007) sind nun gefordert, voranzugehen und das Team aus dem Schlamassel zu ziehen.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz