Bonn/Oldenburg - Dirk Mädrich hat „schon ein bisschen was gesehen“, wie er selbst sagt. Mit 21 Jahren feierte er die deutsche Basketball-Meisterschaft, mit 24 kam der Pokalsieg dazu. Er stand international auf dem Parkett, mit diversen Clubs und der Nationalmannschaft. Bis in die dritte Liga, die ProB, stieg Mädrich kurz darauf hinab, ehe er, mit Bundesliganeuling Rasta Vechta, 2013 wieder in der Beletage seines Sports zurück war. Heute ist Mädrich 31 Jahre alt – und erneut nah dran an einem Titel.
Drei Tage vor dem Top Four in Oldenburg ist der ehemalige Nationalspieler der einzige aktuelle Akteur der Baskets Bonn, der weiß, wie sich ein deutscher Pokalerfolg anfühlt. „Das ist schon ein paar Jährchen her. Tolle Erinnerungen sind das, damals in Quakenbrück unter Chris Fleming“, blickt Mädrich auf den Erfolg im Jahr 2008 mit dem heutigen Bundestrainer zurück. Gespielt hat er während des Endspiels in Hamburg (74:60 gegen Ludwigsburg) jedoch nur wenige Minuten.
Nach drei Jahren in Vechta und dem Abstieg in die zweite Liga wechselte Mädrich, den in seiner Karriere immer wieder Verletzungen zurückwarfen, zur Saison 2014/15 ins Rheinland. „Das war eine 50:50-Gefühlslage. Vechta hatte mir ein gutes Angebot vorgelegt. Dann hat halt Coach Mathias Fischer aus Bonn angerufen. Und es war verlockend, noch mal einen Zweijahresvertrag zu bekommen und international spielen zu können.“
Mädrich gehört zu den erfahrensten Spielern beim Pokalfinalisten von 2012. Von der Statur überragt der Center mit seinen 2,11 Metern alle anderen. Über 200 Bundesligapartien zieren mittlerweile seine Bilanz. Dass er diese Marke knacken konnte und mit den Bonnern, die punktgleich mit Ulm (4.) auf Platz fünf liegen, jetzt gar ums Heimrecht in den Playoffs kämpft, „habe ich mir durch die drei Jahre Leistung in Vechta verdient“, sagt der Ex-Rastaner. Nach einer schwierigen Eingewöhnungszeit laufe es „ganz gut: Die Mannschaft hat viele Stammkräfte behalten aus dem letzten Jahr. Es wurden neue Spieler geholt, die sehr gut eingefügt worden sind.“ Mädrich stand in 24 von 29 Bundesligabegegnungen für Bonn in der „Starting Five“ und kommt im Durchschnitt auf knapp 15 Minuten Spielzeit (7,7 Punkte, 3,9 Rebounds).
Beim 70:59-Heimsieg über die EWE Baskets Oldenburg am Ostermontag erzielte er in gut 19 Minuten zehn Punkte. Auf eben jenen Gegner treffen die Bonner auch im Pokalhalbfinale an diesem Sonnabend (20 Uhr/große EWE-Arena). „Wir sehen uns natürlich im Finale. Wir wollen das Spiel gewinnen“, sagt Mädrich.
