Oldenburg/Bamberg - Wenn die Mannschaften der Baskets Bamberg und der EWE Baskets Oldenburg an diesem Freitag (20.05 Uhr/Sport 1) das Parkett der Stechert-Arena betreten, werden sie unweigerlich wieder hervorkommen: Die Erinnerungen an den 16. Juni 2013. An diesem heißen Sommertag sicherten sich die Bamberger in einem dramatischen dritten Finalspiel durch einen Sieg nach Verlängerung die deutsche Basketballmeisterschaft, stürzten die Oldenburger in ein Tal der Tränen und verwandelten die Halle in ein Tollhaus.

Ein knappes Jahr später ist von Euphorie im Frankenland nicht mehr viel zu spüren. Obwohl das Team drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde den zweiten Platz belegt, grassiert eine latente Unzufriedenheit rund um den erfolgsverwöhnten Club.

Jüngstes Beispiel: Nach dem mühevollen 88:78-Erfolg gegen Schlusslicht Rasta Vechta am vergangenen Montag warf Manager Wolfgang Heyder seinen Spielern Überheblichkeit vor. „Wir sind mit einer katastrophalen Einstellung ins Spiel gegangen“, zürnte der Clubchef.

Die enttäuschende Vorstellung gegen Vechta war ein weiterer Hinweis darauf, dass es beim Meister der vergangenen vier Jahre in dieser Saison alles andere als rund läuft. International scheiterte das Team auf blamable Weise in der Eurocup-Zwischenrunde, wohin man nach dem Vorrunden-Aus in der Euroleague abgestiegen war. Im nationalen Pokal-Halbfinale setzte es eine Niederlage gegen Alba Berlin, in der Liga dominiert zurzeit Bayern München.

Eben jene Münchner setzten alles daran, den Bambergern ihre Vorreiterrolle im deutschen Basketball abzujagen. Die Franken reagierten auf diese Attacke mit aggressivem Transferverhalten und rüsteten ihren Kader nach Saisonbeginn mit einigen neuen Spielern auf. Mit ziemlichen Nebengeräuschen verbunden war die Verpflichtung von Bonns langjährigem Spielmacher Jared Jordan im Februar. Dass ein Spieler dieser Kategorie inmitten des laufenden Spielbetriebs den Verein wechselt, galt in der Liga bis dahin als unüblich.

Ob Jordan gegen Oldenburg einsatzbereit ist, ist derweil noch offen. Der US-Amerikaner hatte gegen Vechta wegen einer Fußverletzung pausiert.