Oldenburg - In der entscheidenden Woche im Kampf um den Einzug in die Playoffs haben die Personalsorgen bei den EWE Baskets Oldenburg dramatische Ausmaße angenommen. Vor der vorletzten Hauptrundenpartie an diesem Dienstag (19 Uhr) bei Science City Jena wurde bei gleich fünf Spielern eine Lebensmittelvergiftung diagnostiziert.
Betroffen sind Flügelspieler Philipp Schwethelm, Aufbauspieler Frantz Massenat sowie die Center Brian Qvale, Dirk Mädrich und Jannik Freese. Sie alle klagten nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel beim FC Bayern am vergangenen Samstag (83:90) über Symptome wie Übelkeit oder Magenschmerzen.
Unklar ist, wo und wann sich die Profis die Lebensmittelvergiftung genau eingefangen haben. Beim Essen im Mannschaftshotel in München, am Flughafen, an Bord auf dem Rückflug nach Bremen oder ganz woanders?
Wie dem auch sei: Schwethelm und Massenat sind nach Angaben des Tabellensiebten der Basketball-Bundesliga zumindest soweit wiederhergestellt, dass eine Chance auf einen Einsatz am Abend besteht. Beide Akteure reisten am Montagnachmittag mit dem Team Richtung Jena. Qvale, Mädrich und Freese hingegen blieben vorerst in Oldenburg, wo sie sich in der Behandlung von Teamarzt Dr. Daniel Drevs befinden. Die Baskets hatten die Hoffnung am Montag noch nicht aufgegeben, dass das Trio an diesem Dienstag nachreisen kann.
Angesichts der plötzlichen personellen Notlage hatten die Oldenburger Verantwortlichen bei der Liga noch um eine kurzfristige Verlegung der Partie auf diesen Mittwoch gebeten – vergeblich. „Ich bin dennoch guten Mutes, dass wir genug Energie haben, um in Jena zu bestehen“, gab sich Trainer Mladen Drijencic kämpferisch. Mit einem Sieg beim starken Aufsteiger um Ex-Baskets-Star Julius Jenkins (36) hätten es die Oldenburger selbst in der Hand, die Qualifikation für die Playoffs am letzten Spieltag in Bonn (Montag, 1. Mai) perfekt zu machen. Eine Niederlage in Jena würde aber noch nicht das Aus im Playoff-Kampf bedeuten.
Drijencic muss beim Tabellenzwölften jedoch auch noch auf Vladimir Mihailovic verzichten. Der Aufbau- und Flügelspieler aus Montenegro hatte bereits in München verletzungsbedingt ausgesetzt und ist laut Baskets-Mitteilung weiterhin „angeschlagen“. Da den Oldenburgern möglicherweise drei Center fehlen, könnte Marko Bacak in Jena zu seinem ersten längeren Saisoneinsatz kommen. Der 21-Jährige zählt fest zum Bundesliga-Kader, kam in dieser Spielzeit aber fast nur in der Drittliga-Mannschaft der Baskets zum Zug. Trotz der Personalmisere verzichtete Drijencic darauf, weitere Spieler aus dem Pro-B-Team mit nach Jena zu nehmen.
Immerhin: Der in München ebenfalls fehlende Vaughn Duggins kehrt in den Kader zurück. Der US-amerikanische Guard hatte von den Baskets-Ärzten eine Pause verordnet bekommen, um sein im vergangenen Dezember operiertes Fußgelenk zu schonen. Duggins hatte erst vor drei Wochen sein Comeback gefeiert. Auch bezüglich eines Einsatzes von Maxime De Zeeuw zeigte sich Drijencic zuversichtlich. Der Power Forward war in München nach einem harten Einsatz seines Gegenspielers in der zweiten Halbzeit ausgefallen.
