Oldenburg - Die Tage von Mladen Drijencic sind derzeit so vollgestopft, dass er bislang nicht einmal über eine naheliegende Frage nachdenken konnte. Wenn man von dem neuen Trainer der EWE Baskets Oldenburg wissen will, ob er denn schon einmal reflektiert habe, was da derzeit so alles über ihn hereinbreche, folgt Schweigen. „Nein“, antwortet der 49-Jährige dann, „dafür war bisher einfach keine Zeit. Ich denke fast 24 Stunden am Tag an Basketball.“
Am 23. März trat Drijencic (zuvor war er Trainer des Oldenburger Pro-B-Teams) die Nachfolge von Sebastian Machowski an, von dem sich der Basketball-Bundesligist am selben Tag getrennt hatte. Seitdem ist Drijencic damit beschäftigt, der Mannschaft seine Basketball-Philosophie zu vermitteln und bestimmte Abläufe zu trainieren. „Das sind die Dinge, die man eigentlich in der Vorbereitung im August oder September macht“, sagt der Trainer: „Jetzt müssen wir das eben neben allem anderen auch noch erledigen.“
Und jenes „alles andere“ ist gewaltig. Die Oldenburger richten an diesem Wochenende das Pokal-Finalturnier aus und sind damit Gastgeber einer Großveranstaltung mit bundesweiter Strahlkraft. An diesem Sonnabend (20 Uhr) sind dabei die Baskets Bonn der Halbfinal-Gegner, zuvor stehen sich ab 17 Uhr Alba Berlin und die Baskets Bamberg gegenüber. Am Sonntag folgen das Spiel um Platz drei (11 Uhr) und das Finale (14 Uhr/ZDF).
Und auch wenn für Drijencic seit knapp drei Wochen nur noch wenig ist wie vorher, so versucht er, die Mannschaft – abgesehen von Änderungen in der Taktik – überwiegend im gewohnten Rhythmus zu lassen. „Ich habe überlegt, ob wir am Sonnabend nach einem leichten Training am Vormittag auch die Zeit bis zum Spiel gemeinsam verbringen“, erzählt er: „Ich habe mich aber dagegen entschieden. Wenn jetzt durch Umstellungen die Besonderheit der Situation deutlich wird, kann das auch zu viel Druck erzeugen. Wir bleiben daher bei der sonst üblichen Vorbereitung auf das Spiel.“ Und die sieht vor, dass seine Akteure erst 90 Minuten vor Spielbeginn von zu Hause aus in die Arena kommen. Das erste Halbfinale wird das Team daher nicht vor Ort verfolgen.
Dass es fünf Tage nach der 59:70-Niederlage im Punktspiel nun erneut gegen Bonn geht, ist Drijencic recht: „Diese Niederlage ärgert mich fürchterlich, so wie mich jede Niederlage fürchterlich ärgert. Was kann uns also besseres passieren, als jetzt gegen den selben Gegner zeigen zu können, dass wir es besser können?“
